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Unsere Öffnungszeiten

Das Tierheim ist an jedem zweiten und jedem letzten Samstag im Monat zwischen 12:00 und 15:00 Uhr für Besucher geöffnet.

Die nächsten Besuchstage sind:

  • Samstag, 30. Mai 2026, 12:00–15:00 Uhr
  • Samstag, 13. Juni 2026, 12:00–15:00 Uhr

Tiervermittlungen finden an diesen Tagen allerdings nicht statt! Die TierpflegerInnen stehen aber für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Vermittlungen finden nur nach vorheriger Terminabsprache statt.

Telefonisch:

Während der Bürozeiten: 0511 97 33 98 - 0.
Mo. - Sa. von 08.00 bis 16.00 Uhr

Ein Moppel auf vier Beinen – wenn die Katze zu dick ist

Ratgeber

Radikaldiät ist bei Katzen lebensgefährlich. Bianka Hones zeigt, wie Sie Übergewicht erkennen und mit Fütterung plus Bewegung langsam, aber sicher loswerden.

Die Freibadsaison ist eröffnet oder der Strandurlaub steht vor der Tür – und wir drehen uns im Bikini kritisch vor dem Spiegel und suchen nach Hüftgold, das im letzten Jahr noch nicht da war. Wurde eine kritische Stelle identifiziert, lassen wir ein paar Mahlzeiten aus, essen nur Salat oder machen eine Saftkur – und schon sind die Kilos geschmolzen.

Was aber, wenn der geliebte Schmusetiger über die Jahre einen Hängebauch bekommen hat? Verordnet man ihm dann auch FDH – friss die Hälfte? Ganz so einfach ist es leider nicht. Katzen dürfen nicht hungern. Entzieht man einer Katze die Mahlzeiten, kann der Stoffwechsel entgleisen und es kommt zur sogenannten hepatischen Lipidose, einer akuten Leberverfettung – und die kann lebensbedrohlich sein.

Ist meine Katze zu dick?

Ein kleines Hängebäuchlein ist bei fast allen Katzen zu sehen – es ist der normale Hautüberschuss vor den Hinterläufen. Zu dick ist eine Katze, wenn:

  • die Rippen nicht tastbar sind
  • keine Taille zu sehen ist
  • die Wirbelsäule nicht gefühlt werden kann

Dann steht ein Gang auf die Waage an – und die Art der Fütterung sollte unter die Lupe genommen werden.

Fütterungsfehler

Eine Katze wird nur dann zu dick, wenn sie bei zu wenig Bewegung zu viel Futter aufnimmt. Steht vielleicht Trockenfutter den ganzen Tag zur Verfügung und die Katze futtert aus Langeweile? Fällt bei geöffneter Kühlschranktür regelmäßig etwas Leberwurst oder Käse ab, weil man dem Maunzen nicht widerstehen kann? Oder hat die Katze beim Abendessen einen festen Platz am Esstisch und bekommt ihr eigenes Fischstäbchen? Die Tricks der Katzen sind vielfältig – und meistens erfolgreich.

Werfen Sie einen Blick auf die Zusammensetzung des Futters. Häufig findet sich Zucker in den Zusätzen. Katzen haben außer einer Gewichtszunahme keinen Vorteil von Zucker, da sie nicht süß schmecken können. Ein zu hoher Getreideanteil sorgt ebenfalls gerne für den Schwimmring um den Bauch.

Einfach nur niedlich?

Vielleicht mag es possierlich aussehen, wenn die Minka kugelrund durch die Wohnung watschelt – gesund ist es nicht. Übergewicht kann Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zahnerkrankungen, Gelenkprobleme bis hin zu Organversagen nach sich ziehen. Hinzu kommt: Die sehr reinliche Katze kann sich nicht mehr selbst putzen, Hautkrankheiten entstehen.

Futterumstellung

Jetzt heißt es: ran an den Speck. Steigen Sie auf ein hochwertiges Katzenfutter ohne Zucker und Getreide um und beachten Sie die Angabe zur maximalen Futtermenge pro Kilogramm Körpergewicht. Idealerweise entspricht die tägliche Futtermenge etwa 3 % vom Körpergewicht. Ein Leckerli darf noch sein, sollte aber von der Gesamtmenge abgezogen werden. Auch wenn es schwerfällt und die Katze herzerweichend jammert: Kühlschrank und Fischstäbchen sind tabu.

Drei bis vier kleine Mahlzeiten der empfohlenen Gesamtmenge pro Tag erleichtern das Abnehmen, weil der Stoffwechsel so in regelmäßigen Bahnen laufen kann. Trockenfutter hat eine höhere Energiedichte als Nassfutter und sollte nicht mehr ganztägig frei verfügbar sein. Versteckt im Intelligenzspielzeug muss es sich die Katze erarbeiten – das bringt uns direkt zum nächsten Punkt.

Bewegung

Das Kernstück jeder Diät ist die Bewegung – auch bei Katzen. Wenn Ihre Katze Trockenfutter liebt, darf sie dafür etwas tun. Verstecken Sie einige Bröckchen in einem Pappbecher und platzieren Sie diesen an immer anderen Stellen im Haus. Ruhig auch erhöht, damit die Katze sich bewegen und klettern muss. Das Verstecken wirkt gegen Langeweile und stellt das natürliche Jagdverhalten ein wenig nach.

Planen Sie zwei bis drei aktive Spieleinheiten pro Tag: Spielangel, ein kleiner Ball, zerknüllte Alufolie – Hauptsache, die Katze gibt Gas. Anfangs fallen diese Einheiten mager aus, denn auch für eine übergewichtige Katze ist Bewegung nicht einfach. Steigern Sie langsam, verlieren Sie nicht die Geduld. Gegen Abend zu trainieren, passt gut – Katzen sind dämmerungsaktive Jäger.

Die Pfunde schmelzen

Eine Radikaldiät ist für die Katzengesundheit schädlich. Die Katze sollte nur etwa 1 % ihres aktuellen Körpergewichts pro Woche abnehmen. Heißt: Wiegt die Katze 6 kg statt 5 kg, nimmt sie ungefähr 60 g pro Woche ab – und es kann bis zu einem Jahr dauern, bis das Idealgewicht erreicht ist. Wiegen Sie regelmäßig und dokumentieren Sie das Gewicht; auch kleine Erfolge erleichtern den Langstreckenlauf.

Zwei Schritte vor und drei zurück?

Sie halten sich an alle Regeln, aber der Erfolg stellt sich einfach nicht ein? Dann ist professionelle Hilfe gefragt. Tierärzt:innen oder Tierheilpraktiker:innen mit Erfahrung in Ernährungsberatung haben oft noch gute Tipps parat – und machen aus dem phlegmatischen Sofalöwen wieder einen glücklichen Stubentiger.

Man muss dem Leib was Gutes bieten, damit die Seele gerne darin wohnt.

Der strukturierte Blick auf Risiken, Diagnose und Therapie von Übergewicht findet sich in unserem Ratgeber „Adipositas bei Hund und Katze".

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 3/2022, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.

Bianka Hones mit einem weißen Kaninchen im Tierheim-Garten

Geprüft / Verfasst von:

Bianka Hones

Verhaltenstherapeutin für Katzen

Verhaltenstherapeutin für Katzen im Tierheim Hannover. Bianka Hones schreibt regelmäßig für das Vereinsmagazin „Struppi" über das Leben mit Samtpfoten, Katzengesundheit und das, was ihr in der täglichen Arbeit mit Schützlingen und Halter:innen begegnet.

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