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Unsere Öffnungszeiten

Das Tierheim ist an jedem zweiten und jedem letzten Samstag im Monat zwischen 12:00 und 15:00 Uhr für Besucher geöffnet.

Die nächsten Besuchstage sind:

  • Samstag, 10. Oktober 2026, 12:00–15:00 Uhr
  • Samstag, 31. Oktober 2026, 12:00–15:00 Uhr findet nicht statt: Feiertag
  • Samstag, 14. November 2026, 12:00–15:00 Uhr

Tiervermittlungen finden an diesen Tagen allerdings nicht statt! Die TierpflegerInnen stehen aber für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Vermittlungen finden nur nach vorheriger Terminabsprache statt.

Telefonisch:

Während der Bürozeiten: 0511 97 33 98 - 0.
Mo. - Sa. von 08.00 bis 16.00 Uhr

Ein Moppel auf vier Beinen – wenn die Katze zu dick ist

Ratgeber

Eine Radikaldiät ist bei Katzen lebensgefährlich. Bianka Hones zeigt, wie Sie Übergewicht erkennen und mit Fütterung plus Bewegung langsam, aber sicher loswerden.

Es ist wieder so weit, die Freibadsaison ist eröffnet oder der Strandurlaub steht vor der Tür. Wir drehen uns in unserem Bikini kritisch vor dem Spiegel und suchen nach Hüftgold, das im letzten Jahr noch nicht da war. Wurde eine kritische Stelle identifiziert, werden für ein paar Tage einige Mahlzeiten ausgelassen, nur Salat gegessen oder eine Saftdiät durchgeführt und schnell sind ein paar Kilos geschmolzen.

Was ist aber, wenn der geliebte Schmusetiger über die Jahre einen Hängebauch bekommen hat, verordnet man ihm dann auch FDH (Friss Die Hälfte)? Ganz so einfach ist das leider nicht, denn Katzen dürfen nicht hungern. Entzieht man einer Katze die Mahlzeiten, kann der Stoffwechsel entgleisen und es kommt zu der sogenannten „hepatischen Lipidose“, einer akuten Leberverfettung und die kann lebensbedrohlich sein.

Ist meine Katze zu dick?

Ein kleines Hängebäuchlein ist bei fast allen Katzen zu sehen, es ist der Hautüberschuss vor den Hinterläufen und völlig normal.
Die Katze ist zu dick, wenn:
· die Rippen nicht tastbar sind
· Keine Taille zu sehen ist
· Die Wirbelsäule nicht gefühlt werden kann
Dann steht ein Gang auf die Waage an und die Art der Fütterung sollte unter die Lupe genommen werden.

Fütterungsfehler

Eine Katze wird nur dann zu dick, wenn sie bei zu wenig Bewegung zu viel Futter aufnimmt. Steht vielleicht das Trockenfutter in einem großen Napf den ganzen Tag zur Verfügung und die Katze futtert aus Langeweile? Fällt vielleicht bei geöffneter Kühlschranktür regelmäßig etwas Leberwurst oder Käse ab, weil man dem kläglichen Maunzen nicht widerstehen kann oder hat die Katze beim Abendessen einen festen Platz am Esstisch und bekommt ihr eigenes Fischstäbchen? Die Tricks der Katzen sind sehr vielfältig, um uns Menschen einen Leckerbissen zu entlocken und leider meistens auch erfolgreich.

Werfen Sie einen Blick auf die Zusammensetzung des Futters. Häufig findet sich Zucker in den Zusätzen. Katzen haben, außer einer Gewichtszunahme, keinen Vorteil von Zucker, da sie nicht süß schmecken können. Ist der Anteil von Getreide vielleicht recht hoch? Ein Zuviel an Kohlenhydraten legt sich auch gerne als Schwimmring um den Bauch.

Einfach nur niedlich?

Vielleicht mag es possierlich aussehen, wenn die Minka kugelrund durch die Wohnung watschelt, aber gesund ist es auf keinen Fall. Übergewicht kann viele Folgeerkrankungen nach sich ziehen:
Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, Zahnerkrankungen, Gelenkprobleme bis hin zu Organversagen. Übergewicht bedeutet auch eine Einschränkung der Lebensqualität, die sehr reinlichen Katzen können sich nicht mehr selber putzen und Hautkrankheiten können entstehen.

Futterumstellung

Jetzt heißt es: ran an den Speck!
Steigen Sie auf ein hochwertiges Katzenfutter ohne Zucker und Getreide um, und beachten Sie die Angabe zur maximalen
Futtermenge/kg Körpergewicht. Idealerweise entspricht die tägliche Futtermenge 3 % vom Körpergewicht. Ein Leckerli dann und wann darf noch mal sein, sollte aber von der Gesamtmenge des Futters abgezogen werden. Auch wenn es schwerfällt und die Katze noch so herzerweichend jammert, der Kühlschrank und die Fischstäbchen sind tabu. Gefuttert wird nur noch, was in einen Katzennapf gehört. 3-4 kleine Mahlzeiten der empfohlenen Gesamtfuttermenge pro Tag erleichtern das Abnehmen, da der Stoffwechsel so in regelmäßigen Bahnen laufen kann.

Trockenfutter hat eine höhere Energiedichte als Nassfutter und sollte nicht mehr den ganzen Tag frei verfügbar sein. Versteckt in Intelligenzspielzeug, natürlich auch von der Gesamtfuttermenge abgerechnet, sollte es erarbeitet werden und das bringt mich zum nächsten Punkt.

Bewegung

Das Kernstück jeder Diät ist die Bewegung, das ist auch bei Katzen so. Wenn Ihre Katze das Trockenfutter liebt, dann soll sie dafür auch was tun. Verstecken Sie einige Bröckchen des Trockenfutters in einem Pappbecher und stellen diesen an immer verschiedenen Orten zu Hause auf. Es darf auch gerne auf erhöhten Orten sein, denn so muss die Katze sich bewegen und klettern, um an den Leckerbissen zu kommen. Das Verstecken von Futter wirkt auch gegen Langeweile und stellt ein wenig das natürliche Jagdverhalten der Katze nach.
Legen Sie täglich 2-3 aktive Spieleinheiten ein, je nachdem, was Ihre Katze gerne mag. Eine Spielangel, ein kleiner Ball, der apportiert wird oder zerknüllte Alufolie. Ganz egal, Hauptsache die Katze kann richtig Gas geben und wird körperlich gefordert. Zu Anfang mögen diese Spieleinheiten noch recht mager ausfallen, denn auch für eine Katze ist es nicht einfach, sich bei Übergewicht in Bewegung zu setzen. Steigern Sie die Spieleinheiten langsam und verlieren Sie nicht die Geduld. Es ist von Vorteil, gegen Abend mit dem Training zu beginnen, da Katzen dämmerungsaktive Jäger sind.

Die Pfunde schmelzen

Wie schon beschrieben, ist eine Radikaldiät für die Katzengesundheit schädlich. Die Katze sollte nur ein Prozent ihres aktuellen Körpergewichtes in der Woche abnehmen. Das bedeutet: Wiegt die Katze 6 kg anstatt 5 kg, nimmt sie ca. 60 g pro Woche ab und es kann bis zu einem Jahr dauern, bis das Idealgewicht erreicht ist. Wiegen Sie die Katze regelmäßig und schreiben Sie das Gewicht auf, auch kleine Erfolge erleichtern den Langstreckenlauf.

Zwei Schritte vor und drei zurück?

Sie haben sich an alle Regeln gehalten, aber der Erfolg will sich einfach nicht einstellen? In diesen Fällen ist professionelle Hilfe gefragt. Tierärzte oder Tierheilpraktiker mit Erfahrung in Ernährungsberatung haben sicherlich noch ein paar gute Tipps parat und lassen aus dem phlegmatischen Sofalöwen wieder einen glücklichen Stubentiger werden.

Man muss dem Leib was Gutes bieten, damit die Seele gerne darin wohnt.

Fotonachweis: Bianka Hones | MrsBrown (pixabay.com)

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 3/2022, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.

Bianka Hones mit einem weißen Kaninchen im Tierheim-Garten

Geprüft / Verfasst von:

Bianka Hones

Verhaltenstherapeutin für Katzen

Verhaltenstherapeutin für Katzen im Tierheim Hannover. Bianka Hones schreibt regelmäßig für das Vereinsmagazin „Struppi" über das Leben mit Samtpfoten, Katzengesundheit und das, was ihr in der täglichen Arbeit mit Schützlingen und Halter:innen begegnet.

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