
Was die Welt kostet, kann ich nicht genau sagen, aber wie teuer eine Zahnoperation bei einer Katze werden kann.
Unlängst mussten meinem Kater acht Zähne entfernt werden. Der ganze Spaß hätte mich 1.200 Euro gekostet, hätte ich nicht in weiser Voraussicht vor Jahren eine OP-Versicherung für meine drei Kater abgeschloßen. Sicher hätte ich das Geld von meinem Ersparten nehmen können, aber das hätte dann an anderer Stelle gefehlt.
Vielleicht hat sich der Eine oder die Andere schonmal die Frage gestellt, ob eine Versicherung wirklich sinnvoll ist? Ich kann das nur mit einem ganz bestimmten „JA“ beantworten.
Wenn eine oder mehrere kleine Katzen in das Leben treten halten sich die Kosten erfahrungsgemäß in Grenzen. Futter, Streu, Spielzeug und jährliche Tierarztbesuche sind im überschaubaren Rahmen. Was passiert aber, wenn ein Tier verunfallt oder chronisch krank wird? Im schlimmsten Fall können die Kosten in die Tausende gehen und Frauchen oder Herrchen geraten in finanzielle Not.
Rücklagen für das Alter anzapfen, Freude und Familie um eine Finanzspritze bitten oder gar einen Kredit aufnehmen? Kein erfreulicher Gedanke.
Das Tier mit Schmerzen unbehandelt leiden lassen, im Tierheim abgeben oder gar aussetzen? Absolut undenkbar!
Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, bedeutet nicht nur für einen vollen Bauch zu sorgen und ihm ein kuscheliges Zuhause zu bieten, sondern auch in Zeiten von Krankheit oder Verletzungen genügend finanziellen Spielraum zu haben.
Eine Möglichkeit für Rücklagen zu sorgen, wäre ein Sparbuch anzulegen. Dieser monatliche Betrag müßte aber relativ hoch (ca. 50 bis 100 Euro) sein, denn mit nur 10 Euro und Nullzinsen braucht es eine ganze Weile, bis ein solides Polster angelegt ist.
Die bessere Alternative bietet eine Tierversicherung. Nach einer Wartezeit von 30 Tagen, können die Leistungen in Anspruch genommen werden.
Es ist sinnvoll, sein Tier mit jungen Jahren und gesund zu ver-
sichern, da die Beiträge erschwinglich sind. Hat Ihre Katze bereits ein höheres Alter oder ist vorerkrankt, ist die Sachlage schon
kniffeliger. Die Beiträge steigen und nicht selten, ist die bestehende Erkrankung von der Versicherung ausgenommen.
Welche Versicherungen gibt es überhaupt?
Mittlerweile gibt es viele Versicherungen, die eine Tierversicherung anbieten. Auf verschiedenen Internetportalen kann man sich
einen guten Überblick über die verschiedenen Anbieter ver-
schaffen und Preis-Leistungsverhältnisse vergleichen. Zugegeben – ein ziemlich lästiger Zeitvertreib, der sich aber sehr schnell lohnen kann.
Es ist wichtig, abzugleichen, welche Behandlungen in der Versicherung enthalten sind und wie hoch die Selbstbeteiligung ist. Es kann durchaus ratsam sein, einen etwas höheren monatlichen Obolus zu leisten, um dafür kaum aus eigener Tasche zuzahlen zu müssen.
Es gibt die Möglichkeit, sein Tier nur für eventuelle Operationen abzusichern oder eine Krankenversicherung, die (fast) alle Tierarztbehandlungen abdeckt.
Gerade in dieser Zeit steigender Kosten, mag mein Rat vielen Lesern wie eine unnötige zusätzliche Belastung erscheinen, aber sicherlich werden viele von der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gehört haben. Zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren sind die Gebühren angehoben worden und bieten so die Möglichkeit weiterhin gute und moderne Tiermedizin zu betreiben. Der Zeitpunkt ist sicherlich nicht der Beste, zumal die Kosten für die Tierhalter nicht unerheblich steigen. Kostete eine allgemeine Beratung mit Untersuchung der Katze bis November 2022 nur 8,98 Euro (einfacher Satz), werden jetzt 23,62 Euro berechnet. Wenn dann eine umfängliche Untersuchung mit Labordiagnostik oder Röntgenaufnahmen erforderlich werden sollten, kann die Rechnung sehr schnell zu Schwindelanfällen führen.
Diese Erhöhung betrifft natürlich alle Tierarten; egal ob Hund, Katze oder Pferd, bitte denken Sie über eine Absicherung Ihrer Lieblinge nach.
Ich möchte mit den Worten von Ulrich Erckenbrecht (deutscher Schriftsteller und Aphoristiker) schließen:
Alles was krank macht kriegt man gratis; nur das Wiedergesundwerden kostet Geld.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 1/2023, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.

