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Unsere Öffnungszeiten

Das Tierheim ist an jedem zweiten und jedem letzten Samstag im Monat zwischen 12:00 und 15:00 Uhr für Besucher geöffnet.

Die nächsten Besuchstage sind:

  • Samstag, 30. Mai 2026, 12:00–15:00 Uhr
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Tiervermittlungen finden an diesen Tagen allerdings nicht statt! Die TierpflegerInnen stehen aber für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Vermittlungen finden nur nach vorheriger Terminabsprache statt.

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FeLV bei Katzen – aus meiner Praxis

Ratgeber

Ein FeLV-positiver Befund ist keine Hinrichtung. Bianka Hones zeigt, warum Ansteckung im Mehrkatzen-Haushalt nicht zwingend erfolgt und wie ein gutes Leben trotzdem möglich ist.

„Meine Katze hat Blutkrebs?" ist häufig die erste Frage, weil das Feline Leukosevirus oft fälschlicherweise als Katzenleukämie bezeichnet wird. Das Feline Leukosevirus (FeLV) ist eine ernsthafte und weit verbreitete Viruserkrankung. Sie kann zu einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme führen und tödlich enden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Das Virus kann viele Jahre in der Katze ruhen, bevor es aktiv wird.

Wie sich Katzen anstecken

FeLV wird von einer infizierten Katze durch engen Kontakt übertragen – über Speichel, Nasenausfluss, Tränenflüssigkeit und Muttermilch. Hauptübertragungswege sind das gegenseitige Ablecken, das Teilen von Futternäpfen oder Katzentoiletten sowie das Kämpfen, bei dem es zu Speichelkontakt kommt. Kätzchen können auch während der Geburt von einer infizierten Mutter angesteckt werden.

Symptome

Die Symptome von FeLV hängen vom Alter der Katze, ihrem Immunsystem und eventuellen Zusatzerkrankungen ab. Häufig zeigen sich:

  • Anämie – FeLV kann das Knochenmark beeinflussen, was die Produktion roter Blutkörperchen verringert und zu Schwäche, Müdigkeit und bläulichen Schleimhäuten führt.
  • Infektionen – das geschwächte Immunsystem macht die Katze anfälliger für Atemwegs- und Hautinfektionen.
  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit – infizierte Tiere verlieren Appetit und Gewicht.
  • Geschwollene Lymphknoten.
  • Verhaltensänderungen – Depression, Aggression oder Desorientierung können auftreten.
  • Tumoren – eine langfristige FeLV-Infektion erhöht das Risiko für bestimmte Tumoren, insbesondere Lymphome.
  • Fieber.

Prävention

Der beste Schutz vor FeLV ist Vorsorge. Dazu gehören:

  • Impfung – Impfstoffe gegen FeLV sind für Katzen in Risikogebieten oder mit erhöhtem Ansteckungsrisiko verfügbar. Vor der Impfung sollte geprüft werden, ob die Katze das Virus bereits in sich trägt. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es allerdings auch hier nicht.
  • Kastration – Kämpfe unter unkastrierten Katzen sind eine häufige Übertragungsquelle; eine Kastration senkt das Risiko spürbar.
  • Regelmäßige Tierarztbesuche – helfen, FeLV früh zu erkennen und gegenzusteuern.
  • Kontaktvermeidung – infizierte Katzen sollten von nicht-infizierten getrennt werden, insbesondere wenn enge soziale Kontakte drohen.

Aus meiner eigenen Erfahrung

Eine Ansteckung ist nicht zwingend. Einer meiner Kater war leider FeLV-positiv und ich bemerkte das erst, als die Erkrankung bereits ausgebrochen war. Meine Sorge war groß, dass meine drei anderen Jungs sich auch infiziert haben könnten. Die Kater haben sechs Jahre zusammen gelebt, gekuschelt und gerauft – angesteckt hat sich keiner der drei.

Wenn FeLV diagnostiziert wurde

Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell; welche Behandlung eingeleitet wird, hängt von den Symptomen ab. Antivirale Medikamente und Chemotherapeutika können zum Einsatz kommen; Antibiotika oder Antimykotika werden bei Sekundärinfektionen verschrieben.

Für eine positiv getestete Katze ist es wichtig, in einer stressfreien Umgebung zu leben, ein unterstütztes Immunsystem und hochwertiges Futter zu haben. Die Infektion ist nicht heilbar, aber mit liebevoller Fürsorge kann ein Ausbruch verzögert werden – und die Katze vielen glücklichen Schmusestunden entgegensehen. Denn Liebe ist immer noch die beste Medizin.

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

Ein Sprichwort aus Uganda

Wer tiefer in Diagnostik, Impfschema und Verlauf einsteigen möchte, findet das im Überblicks-Ratgeber „FIV und FeLV bei Katzen".

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 4/2023, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.

Bianka Hones mit einem weißen Kaninchen im Tierheim-Garten

Geprüft / Verfasst von:

Bianka Hones

Verhaltenstherapeutin für Katzen

Verhaltenstherapeutin für Katzen im Tierheim Hannover. Bianka Hones schreibt regelmäßig für das Vereinsmagazin „Struppi" über das Leben mit Samtpfoten, Katzengesundheit und das, was ihr in der täglichen Arbeit mit Schützlingen und Halter:innen begegnet.

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