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Unsere Öffnungszeiten

Das Tierheim ist an jedem zweiten und jedem letzten Samstag im Monat zwischen 12:00 und 15:00 Uhr für Besucher geöffnet.

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  • Samstag, 30. Mai 2026, 12:00–15:00 Uhr
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Tiervermittlungen finden an diesen Tagen allerdings nicht statt! Die TierpflegerInnen stehen aber für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Vermittlungen finden nur nach vorheriger Terminabsprache statt.

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Adipositas bei Hund und Katze

Ratgeber

Übergewicht bei Hund und Katze erkennen, konsequent reduzieren und mit Portionskontrolle, Bewegung und BCS-Check langfristig verhindern.

Eines der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Hund und Katze beginnt schleichend und scheint zunächst harmlos: Übergewicht. Tierärzt:innen sehen es inzwischen als die häufigste ernährungsbedingte Erkrankung überhaupt. Je nach Studie und Region sind 30 bis 60 Prozent aller Haustiere betroffen. Die Folgen sind weit größer, als viele denken – und die gute Nachricht lautet: Wer das Thema konsequent angeht, schenkt seinem Tier oft Jahre an zusätzlicher Lebenszeit.

Wie Sie Übergewicht erkennen

Die reine Zahl auf der Waage ist bei Hund und Katze nur begrenzt aussagekräftig. Entscheidend ist der Body Condition Score (BCS). Weltweit empfiehlt die WSAVA eine Neun-Punkte-Skala:

  • BCS 1 bis 3/9: untergewichtig
  • BCS 4 bis 5/9: ideal – Rippen gut tastbar, Taille von oben sichtbar, Bauchlinie leicht aufgezogen
  • BCS 6 bis 7/9: übergewichtig, rund 10 bis 20 Prozent über dem Idealgewicht
  • BCS 8 bis 9/9: adipös, über 30 Prozent über dem Idealgewicht

Ergänzend wird der Muskel-Condition-Score (MCS) herangezogen, der wichtiger ist als das absolute Gewicht. Viele Praxen integrieren diese Bewertung als „fünften Vitalwert" in jede Konsultation.

Warum Übergewicht so viele Folgen hat

  • Gelenkerkrankungen: Jedes überflüssige Kilogramm belastet Hüfte, Knie und Wirbelsäule. Arthrose-Schmerzen treten früher und stärker auf; das Risiko für einen Kreuzbandriss steigt messbar.
  • Diabetes mellitus, vor allem bei Katzen: Jedes zusätzliche Kilogramm reduziert die Insulinempfindlichkeit um rund 30 Prozent. Adipöse Katzen haben ein drei- bis fünffach erhöhtes Diabetesrisiko.
  • Hepatische Lipidose bei Katzen: Eine lebensgefährliche Lebererkrankung, die entsteht, wenn eine adipöse Katze plötzlich nicht mehr frisst. Die Behandlung ist aufwendig und kann Wochen der Sondenernährung erfordern.
  • Belastung von Herz, Kreislauf und Atmung, schlechtere Thermoregulation, Hauterkrankungen
  • erhöhtes Narkoserisiko
  • kürzere Lebenserwartung: Die viel zitierte Purina-Studie an Labrador Retrievern zeigte, dass schlanke Hunde im Median 1,8 Jahre länger lebten als Wurfgeschwister mit normaler, nicht restriktiver Fütterung. Eine große Auswertung aus der Banfield-Datenbank bestätigt diesen Effekt bei zwölf weiteren Rassen.
  • Zusammenhänge mit einzelnen Tumorerkrankungen werden in der Veterinärmedizin zunehmend untersucht

Typische Ursachen

  • Überfütterung und zu viele Leckerlis – oft die unterschätzten Kalorienlieferanten
  • Bewegungsmangel
  • Kastration: Der Energiebedarf sinkt um 20 bis 33 Prozent, während der Appetit steigt. Als Praxisregel empfiehlt sich nach einer Kastration eine Futterreduktion um rund 20 bis 30 Prozent.
  • höheres Lebensalter mit niedrigerem Grundumsatz
  • Rasseprädisposition: Labrador Retriever, Golden Retriever, Beagle, Cocker Spaniel, Dackel, Cairn Terrier. Bei Labradoren ist inzwischen eine Mutation im POMC-Gen nachgewiesen, die zu verstärktem Hunger und Gewichtsaufbau führt.
  • bei Katzen zusätzlich: Wohnungshaltung, frei zugängliches Trockenfutter, Langeweile

Was hilft bei der Abnahme

Strukturierter Diätplan

Wichtigster Baustein ist ein mit der Tierarztpraxis berechneter Kalorienplan. Typisch ist eine Reduktion um etwa 20 bis 30 Prozent des bisherigen Energiebedarfs. Als grobe Richtwerte der aktuellen AAHA-Leitlinie gelten rund 63 Kilokalorien pro metabolischem Körpergewicht beim Hund und rund 52 beim Katzenkonzept.

Spezielle Reduktionsdiäten

Therapeutische Futter wie Hill's Metabolic und r/d, Royal Canin Satiety oder Purina OM sind so zusammengesetzt, dass sie einen hohen Protein- und Faseranteil haben und die fettfreie Körpermasse erhalten. Selbstmischen ohne Fachberatung ist schwierig und häufig unzureichend.

Gewichtsabnahme-Tempo

  • beim Hund etwa ein bis zwei Prozent Körpergewicht pro Woche
  • bei der Katze 0,5 bis maximal 2 Prozent pro Woche – nicht schneller, sonst droht eine hepatische Lipidose

Bewegung und Enrichment

  • regelmäßige, angepasste Spaziergänge (Hund)
  • Futterbälle, Puzzle-Feeder, Schnüffelteppiche (Hund und Katze)
  • aktives Spielzeug, Kletterbäume und Jagdspiele für die Katze
  • mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen

Leckerlis

Die Zehn-Prozent-Regel hat sich bewährt: Höchstens zehn Prozent der Tageskalorien dürfen Leckerlis sein, und diese Kalorien werden vom Hauptfutter abgezogen.

Kontrollen

Wiegen in der Tierarztpraxis alle zwei bis vier Wochen während der Reduktionsphase. Die größte Herausforderung ist erfahrungsgemäß die anschließende Erhaltungsphase – viele Rückfälle entstehen, weil der Plan nach dem Erreichen des Zielgewichts vergessen wird.

Vorbeugen – von Anfang an

  • Portionskontrolle mit einer Küchenwaage; Messbecher über- oder unterschätzen die Menge leicht
  • feste Fütterungszeiten statt „ständig ein bisschen daneben"
  • regelmäßiges Wiegen alle drei bis vier Wochen
  • nach einer Kastration sofort die Ration anpassen, nicht erst, wenn die Waage ausschlägt
  • BCS-Selbstcheck erlernen und regelmäßig anwenden
  • ab dem siebten Lebensjahr ein jährlicher Senior-Check mit Gewichtsbewertung

Adipositas im Tierheim-Alltag

Viele Tiere erreichen unser Tierheim deutlich übergewichtig – teils, weil sie vorher frei Futter zur Verfügung hatten, teils, weil die Bewegung zu kurz kam. Bei uns beginnt für diese Tiere ein geregelter Reduktionsplan, oft in Kooperation mit einer ernährungsmedizinisch beratenden Praxis. Wir dokumentieren die Fortschritte und geben den neuen Halter:innen bei der Vermittlung einen klaren Plan mit, damit die aufgebauten Erfolge nicht verloren gehen. Ein schlanker Hund, eine schlanke Katze – das ist einer der einfachsten und wirksamsten Beiträge, die wir zu einer langen Lebenszeit leisten können.

Fachquellen

  • Cline MG, Burns KM, Coe JB et al. 2021 AAHA Nutrition and Weight Management Guidelines for Dogs and Cats. Journal of the American Animal Hospital Association, 2021.
  • Kealy RD, Lawler DF, Ballam JM et al. Effects of diet restriction on life span and age-related changes in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2002.
  • Salt C, Morris PJ, Wilson D et al. Association between life span and body condition in neutered client-owned dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2019.
  • WSAVA Global Nutrition Committee. Body Condition Score Charts (9-Punkt) für Hund und Katze.
  • Raffan E, Dennis RJ, O'Donovan CJ et al. A Deletion in the Canine POMC Gene Is Associated with Weight and Appetite in Obesity-Prone Labrador Retriever Dogs. Cell Metabolism, 2016.
Tierheim Hannover | Tierschutzverein

Geprüft / Verfasst von:

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Hinter den Beiträgen auf tierheim-hannover.de steht die Redaktion des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V., gegründet 1844. Unsere Themen entstehen aus dem Alltag im Tierheim — aus der Vermittlung, der Pflege und den Fragen, die uns Adoptant:innen Tag für Tag stellen. Jeder Ratgeber wird tierärztlich gegengelesen, bevor er online geht. Wer lieber zuschaut als liest, findet die Videopendants zu vielen Themen auf unserem YouTube-Kanal TierheimTV.

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