Unsere kleine Kaya kam aus einer Vermittlung zurück, weil die Halterin mit ihren Eigenarten überfordert war. Die Hündin ist wie Jeckyll und Hyde, sie hat zwei Gesichter. Einerseits ist sie total verschmust und leicht zugänglich, aber auf der anderen Seite zeigt sie einen starken Willen, bzw. Unwillen. Und diesen hat sie gelernt mittels Beißen durchzusetzen.
Bei ihrem ersten Aufenthalt im Tierheim fiel bereits auf, dass Kaya im Handling teilweise unkooperativ ist. Gegen Maßnahmen wie z.B. Augentropfen verabreichen sträubte sie sich und zeigte ihre Zähnchen oder versuchte, zu schnappen. Das hat sie in der Zeit ihrer Vermittlung dann perfektioniert. Sie lernte, dass sie sich gar nicht erst Fixieren oder der Maulkorb aufsetzen lassen durfte, sondern gleich gezielt in Hände zu beißen, um zu verhindern, Dinge über sich ergehen zu lassen, die sie nicht will. Und dabei macht Kaya auch keine halben Sachen, sondern Löcher. Nach ihrer Rückkehr ins Tierheim war ein sicheres Handling zunächst nicht möglich. Als sie etwas Vertrauen zu ihren Pflegern gefasst hatte, waren Kuscheln und Schmusen erlaubt und auch gewünscht, doch schon beim Anleinen konnte sie wieder skeptisch werden.
Ihr den Maulkorb aufsetzen zu können, erforderte langes Training, da sie diesen äußerst negativ verknüpft hatte. Ebenso langwierig war die Gewöhnung daran, sie zu fixieren, um tierärztliche Behandlungen wie bspw. Impfungen durchführen zu können. Inzwischen ist Vieles wieder einfacher geworden, allerdings ist ihre neu gewonnene Kooperationsbereitschaft nicht generalisiert. D.h., sie sucht sich aus, wer was und wie viel bei ihr darf und es muss mit jedem neuen Menschen wieder erarbeitet werden. Das wird von Mensch zu Mensch unter Umständen leichter, richtig leicht wird es aber höchstwahrscheinlich nie.
Wer sich um Kaya bemühen möchte, braucht also Geduld, gerade in der Kennenlernphase. Hartnäckigkeit bei der Arbeit an Beziehung und Status sind eine essenzielle Voraussetzung. Und etwas Dickfelligkeit, wenn Kaya dabei doch mal beißt, wäre von Vorteil. Hat man sich ihr Vertrauen erarbeitet und darüber nebenbei eine starke Bindung zu ihr aufgebaut, erntet man die reichen Früchte seiner Mühe.
Kaya ist ihren Bezugspersonen gegenüber loyal, anhänglich und treu ergeben. Sie schmust und kuschelt gerne, am liebsten den ganzen Tag und ohne Unterbrechung. Stets sucht sie die Nähe ihrer Menschen, bevorzugt auf dem Schoß. Ihre Liebe ist dann so groß, dass die kleine Diva diese auch nich gerne teilt. Im Tierheim ist Kaya mit zwei Rüden vergesellschaftet worden. Nach anfänglicher Reibereien hat sie sich mit deren Anwesenheit arrangiert, legt aber keinen besonderen Wert darauf. Als Sozialpartner für vorhandene Artgenossen oder auch Katzen ist sie daher eher ungeeignet, wir würden es aber nicht generell ausschließen.
Für eine Familie mit Kindern ist Kaya nicht geeignet. Stundenweise alleine zu bleiben kann sie noch lernen. Kaya ist besonders wachsam und bellt, wenn ihr etwas suspekt ist. In einem Mehrfamilienhaus könnte das problematisch werden.





