über Magen- und Darm-Erkrankungen bei unseren Haustieren
Gerade zur kalten Jahreszeit treten Magen-Darm-Erkrankungen häufig bei unseren Haustieren auf. Es kommt dabei vielfach zum Durchfall. Damit ist eine weiche, breiige (Softeiskonsistenz) bis wässrige Kotkonsistenz gemeint. Auslöser der Durchfallerkrankung können Parasiten, Viren, Bakterien, Stress oder auch, und das ist meist die Hauptursache, das Fressen von falschem, unverträglichem Futter sein. Ein unkomplizierter Durchfall geht mit ungestörtem Allgemeinzustand einher, hält nur eine kurze Weile an und ist in der Regel nach einigen Tagen wieder abgeklungen. Doch bleibt der Durchfall über mehrere Tage erhalten, und das Allgemeinbefinden des Tieres ist gestört, es kommt zusätzlich zum Erbrechen oder es zeigen sich Magen-Darm-Blutungen, sollte auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.
Auch schwerwiegendere Krankheiten können zu Durchfall und/oder Erbrechen führen. Zu diesen zählen beispielsweise Entzündungen aufgrund eines Fremdkörpers im Magen-Darm-Trakt, eine Immunologische oder endokrinologische (hormonabhängige) Erkrankung, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Vergiftung oder auch eine Funktionsstörung anderer Organsysteme. Bei einer schwerwiegenden Symptomatik wird der Tierarzt anhand mehrerer Kotproben untersuchen, ob es sich um Parasiten, Salmonellen o. ä. oder eine Dysbakterie (einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Darms) handeln könnte. Zusätzlich bedarf es häufig einer Blutuntersuchung, um etwa z. B. den Grad der Dehydratation (Austrocknung), Proteinverluste und Organschäden nachzuweisen.
Die Behandlung eines beginnenden Durchfalls sollte in jeden Fall die Fütterung einer Schonkost in kleinen Portionen und die Schonung des erkrankten Tieres beinhalten. Außerdem können stopfende Zusatzfuttermittel verabreicht werden, die Sie bei Ihrem Tierarzt käuflich erwerben können. Von der Gabe eines Antibiotikums sollte zunächst abgesehen werden, da es eine zusätzliche Dysbakterie und Entstehung resistenter Keime im Darm fördert. Nur in schwerwiegenden Fällen sollte ein Antibiotikum zum Einsatz kommen. Sollte der Patient bereits viel Flüssigkeit über den Darm verloren haben, muss diese in Form einer Infusionstherapie ausgeglichen werden. Es sollten individuell und je nach Symptomatik Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit und zum Schutz der Magenschleimhaut, sowie Probiotika, Vitamin B und wenn nötig auch Antibiotika angepasst werden.
Fotonachweis: Frau Dr. Bauer
Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 1/2022, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.

