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title: Mitbewohner gesucht? — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/zweitkatze-einfuehren-8-schritte/
date: 2026-04-23
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# Mitbewohner gesucht?

**Zweitkatze einführen in acht Schritten**
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Jeder Katzenhalter, der sich schon einmal mit der Frage beschäftigt hat, ob eine neue Katze zu dem alteingesessenen Mitbewohner geholt werden soll, steht häufig vor einem großen Dilemma. Was ist der beste Weg, damit die Vergesellschaftung friedlich über die Bühne geht? Häufig wird in diesem Fall im Internet recherchiert, doch das stiftet in den meisten Fällen nur noch größere Verunsicherung. Bei Google &amp; Co finden sich die verschiedensten Aussagen und Ansichten: von einfach laufen lassen bis erst gar nicht versuchen. Um ein friedliches und stressfreies Zusammenleben von alter und neuer Katze zu erreichen, sollte bei einer Vergesellschaftung stets behutsam vorgegangen werden. Die ersten Tage sind entscheidend für die Zukunft und von der „Brecheisenmethode: das müssen die unter sich ausmachen“ ist dringend abzuraten. Eine fehlgeschlagene Vergesellschaftung kann sehr viele Probleme, wie z. B. Urinmarkieren oder Aggressionsverhalten, nach sich ziehen und eine Verhaltenstherapie ist in diesem Fall sehr zeitaufwändig.  
Bevor eine neue Katze einzieht, sollten sich die Halter Gedanken darüber machen, welche Katze am besten zu ihrem felligen Gesellen passt. Das Alter, Geschlecht, Charakter und Gesundheitszustand sollten immer in die Planung eingeschlossen werden. Die beste Prognose besteht immer, wenn der Altersunterschied nicht größer als zwei Jahre ist und das Geschlecht und Charakter beider Katzen gleich ist.

Der Versuch, eine alte Katzendame mit einem wilden und jungen Kitten zu vergesellschaften, wird in aller Regel nicht von Erfolg gekrönt sein und im allerbesten Fall lediglich eine Duldung mit stän-diger unterschwelliger Spannung sein.  
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist auch, starke Nerven zu haben und die eine oder andere Auseinandersetzung zu ertragen. Es gibt in den seltensten Fällen bei Katzen die „Liebe auf den ersten Blick“. Nur wenn die Halter entspannt und zuversichtlich sind, wird sich diese Ruhe auch auf die Katzen übertragen.  
Ich habe bereits mehrere Zusammenführungen hinter mir und kann aus Erfahrung sagen, es läuft immer anders als man denkt. Vor Kurzem ist meine Tochter von einem Auslandsaufenthalt zurückgekommen und hat ihren Kater mitgebracht. Dieser Bursche musste sich gegen meine drei Herren behaupten und hat sich dabei wacker geschlagen. Aber auch bei mir wird geknurrt, gefaucht und der eine oder andere Tatzenhieb ausgeteilt. Natürlich blutet bei jeder Auseinandersetzung das „Mutterherz“, aber da müssen die Buben und ich einfach durch. Solange es nicht zu einer massiven Keilerei kommt, ist dieses Verhalten absolut normal.  
Ich werde sehr oft zu fehlgeschlagenen Zusammenführungen gerufen und habe zu diesem Zweck einen Leitfaden erstellt, der die Vergesellschaftung erleichtern soll:

- **1. Beim Einzug treffen die Katzen nicht aufeinander**  
    Ein neues Zuhause bedeutet für eine Katze viel Stress. Die neue Katze wurde aus ihrem Umfeld gerissen, vielleicht von der Mutter oder dem Katzenkumpel getrennt, alles ist fremd, die Gerüche sind unbekannt. Sie hat Angst und ist verunsichert.  
    Auch die alteingesessene Katze ist verunsichert: Sie ist über den Eindringling empört, zornig oder fürchtet sich. Darum sollten die beiden Katzen erstmal nicht persönlich aufeinandertreffen. Auf keinen Fall sollte man die neue Katze in der Transportbox vor die alteingesessene Katze stellen und sie dann aus der Transportbox zerren. Beim Eintreffen der neuen Katze sollte die eingesessene Katze sich in einem geschlossenen Zimmer befinden.

- **2. Die Katzen trennen**  
    Der neuen Katze sollte ein separater Raum mit neuer Toilette, dem gewohnten Futter, Wasser, Schlafplatz und eventuell ein neuer Kratzbaum zur Verfügung gestellt werden. Dort kann sie zur Ruhe kommen und sich langsam eingewöhnen. Wenn die Katze zur Ruhe gekommen ist, können die Gerüche ausgetauscht werden.  
    Die Katzenklos sollten (benutzt) umgetauscht werden. Kuschel-decken oder Kissen beschnüffeln lassen und austauschen. Beide Katzen an der Kinnpartie streicheln und den Duft auf die andere Katze übertragen. Die Katzen sollten in ihrem abgeschlossenen Bereich zur gleichen Zeit gefüttert werden. Die Futternäpfe sollten vor und hinter der geschlossenen Tür in einem Abstand von ca. 50 cm platziert werden und jedes Mal ein wenig näher an die Tür heran geschoben werden. So sind sie voneinander getrennt, nehmen die Anwesenheit der Katze aber trotzdem stressfrei wahr.  
    Wenn die Möglichkeit besteht, kann nach 2 - 3 Tagen ein Netz an der offenen Tür angebracht werden, damit sich die Katzen sehen, aber nicht übereinander herfallen können. Ansonsten kann die Tür hin und wieder einen kleinen Spalt geöffnet werden, damit die Katzen miteinander in Kontakt treten können.  
    Gibt es in dieser Phase Probleme mit Aggressionen, zurück zur Fütterung an der geschlossenen Tür und Geruchsaustausch. Diese Phase sollte ca. 1 Woche durchgeführt werden.

- **3. Die neue Katze entdeckt das Zuhause allein**  
    Die neue Katze sollte erstmal allein das neue Zuhause entdecken – ohne andere Artgenossen oder Tiere. Setzen Sie sich still irgendwo hin und lassen Sie die Katze in Ruhe. Jede Katze wird die Gelegenheit nutzen, Verstecke auszukundschaften – und wahrscheinlich dort erstmal für eine Weile verschwinden. Je nach Charakter verstecken sich Katzen in bedrohlichen Situationen auf erhöhten Plätzen oder bleiben am Boden und flüchten beispielsweise unter das Bett oder Sofa.  
    Bieten Sie Versteckmöglichkeiten wie Höhlen, Kletterbäume oder Kartons an, wenn möglich, dichten Sie unzugängliche Verstecke (unter dem Sofa oder Bett, hinter einem Schrank) ab. So stellen Sie sicher, dass bei eventuellen Übergriffen die neue Katze schnell in den sicheren Raum gebracht werden kann.

- **4. Die alteingesessene Katze bleibt die Nr. 1**  
    Schenken Sie Ihrer Katze viel Zuwendung und ausgiebige Spielzeiten, damit sie nicht eifersüchtig auf den Eindringling in dem anderen Zimmer reagiert. Auch später sollte die Katze immer das Gefühl haben, dass sie die Nr. 1 bleibt. Sie wird als erste begrüßt und gefüttert.

- **5. Das erste Zusammentreffen**  
    Die Separierung sollte eine Woche durchgeführt werden. Reagieren die Katzen friedlich und entspannt aufeinander, kann man es schon etwas früher versuchen. Haben sich die Katzen an die neue Situation gewöhnt, kann man einen ersten Versuch starten und die Katzen zusammenführen. Öffnen Sie die Tür und versuchen Sie entspannt zu sein. Liebe auf den ersten Blick gibt es bei Katzen selten. Es ist normal, dass sie knurren und fauchen oder auch Katzenhiebe austeilen.  
    Versuchen Sie nicht, diese Situationen zu unterbinden oder dazwischen zu gehen. Nur bei massiven Attacken ist eine Unterbrechung erforderlich, aber bitte nicht mit Ihren Händen. Beide Katzen sollten dann wieder getrennt werden und zurück zur Phase mit dem Netz. Nachts können die Katzen getrennt werden, so ist sichergestellt, dass sowohl Katze und Mensch den Tag in Ruhe verarbeiten können.  
    Wenn beide Katzen zusammen sind, sollten Sie positive Gemeinschaftserlebnisse schaffen, gemeinsames Spielen und füttern stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit. In den nächsten drei bis vier Wochen gewöhnen sich die Katzen immer mehr aneinander.

- **6. Positive Verstärkung**  
    Positives Verhalten gegenüber der anderen Katze wird mit Lob, Streicheleinheiten und Leckerchen belohnt. Dadurch verknüpfen die Katzen die Annäherungen mit etwas Positivem. Negatives Verhalten sollte ignoriert werden.

- 7. Privatsphäre  
    Jede Katze bekommt einen eigenen Futternapf, der zu den Fütterungszeiten in einem Abstand von etwa einem Meter aufgestellt wird. Reagiert eine Katze mit Aggression oder traut sich nicht an den Napf, muss der Abstand vergrößert werden. Jede Katze erhält eine eigene Toilette.

- **8. Neues Spielzeug kaufen**  
    Die alteingesessene Katze hat alle Gegenstände in der Wohnung mit ihrem Duft markiert. Wir Menschen nehmen den individuellen Katzenduft nicht wahr, andere Katzen natürlich schon. Um eine unbelastete Situation zu erreichen, sollte neues Katzen-Inventar, zum Beispiel Spielzeug, Kratzbaum oder Kuscheldecken angeschafft werden. Da Katzen neugierig sind, werden sie das Neue gemeinsam entdecken und mit ihrem individuellen Duft versehen. Diese Düfte werden dann zu einem Gruppengeruch verschmelzen und das fördert die Zusammenführung.

#### Wenn diese acht Schritte befolgt werden und die Katzen nicht zu unterschiedlich sind, wird die Zusammenführung erfolgreich sein und ohne schwerwiegende Auseinandersetzungen ablaufen. Denn auch bei Katzen gilt der Spruch: „Aus Fremden werde Bekannte, aus Bekannten werden Freunde und die besten Freunde werden zur Familie.“

Fotonachweis: istock.com (Anna Usova)

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in [Struppi 1/2022](https://tierheim-hannover.de/wp-content/uploads/2025/09/Struppi-01-2022.pdf), dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.
