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title: Niereninsuffizienz bei Hund und Katze — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/niereninsuffizienz-bei-hund-und-katze/
date: 2025-09-01
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# Niereninsuffizienz bei Hund und Katze

Eine Nierenerkrankung gehört zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen bei älteren Hunden und Katzen. Während die akute Form plötzlich auftreten und lebensbedrohlich sein kann, entwickelt sich die chronische Niereninsuffizienz (CNI) langsam über Monate oder Jahre. Beide Varianten erfordern eine frühzeitige Diagnose und sorgfältige Betreuung, damit betroffene Tiere weiterhin ein gutes Leben führen können.










Warum die Nieren so wichtig sind



Die Nieren übernehmen lebenswichtige Aufgaben: Sie filtern Abfallstoffe aus dem Blut, regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt, steuern den Blutdruck und produzieren Hormone für die Blutbildung. Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig, sammeln sich Giftstoffe im Körper an – ein Zustand, der schwerwiegende Folgen haben kann.







Ursachen einer Niereninsuffizienz




Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, da die Filterleistung der Nieren nachlässt.



Genetische Faktoren: Manche Rassen sind stärker gefährdet (z. B. Perserkatzen, Cocker Spaniel).



Infektionen: Bakterielle Infektionen (Pyelonephritis) oder Viruserkrankungen können Nierenschäden verursachen.



Vergiftungen: Aufnahme von Giftstoffen (z. B. Lilien bei Katzen, bestimmte Medikamente, Frostschutzmittel).



Begleiterkrankungen: Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen belasten die Nieren zusätzlich.








Typische Symptome



Die Anzeichen sind oft unspezifisch und entwickeln sich schleichend. Tierhalter:innen sollten aufmerksam werden bei:




Vermehrtem Durst und häufigem Wasserlassen



Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust



Mattigkeit und Rückzug



Übelkeit, Erbrechen, Mundgeruch



Struppigem Fell, schlechter Fellpflege



In fortgeschrittenem Stadium: Blutarmut, neurologische Symptome, Krampfanfälle




Gerade Katzen zeigen frühe Symptome nur subtil, sodass die Erkrankung oft erst spät erkannt wird.







Diagnose in der Tierarztpraxis




Blutuntersuchung: Messung von Harnstoff (BUN), Kreatinin und Symmetric Dimethylarginine (SDMA).



Urinanalyse: Überprüfung der Konzentrationsfähigkeit, Nachweis von Proteinurie oder Infektionen.



Bildgebung: Ultraschall und Röntgen geben Aufschluss über Nierengröße und -struktur.



Blutdruckmessung: Wichtig, da Bluthochdruck eine häufige Begleiterscheinung ist.








Therapie und Behandlungsmöglichkeiten



Die Behandlung richtet sich nach Stadium und Ursache. Eine Heilung ist bei chronischer Niereninsuffizienz nicht möglich, Ziel ist eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und Verbesserung der Lebensqualität.



Medikamentöse Maßnahmen




Blutdrucksenker (z. B. ACE-Hemmer, Amlodipin)



Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen



Phosphatbinder, um die Belastung der Nieren zu reduzieren



Erythropoetin-Analoga bei schwerer Blutarmut




Ernährung




Spezielle Nierendiäten sind die wichtigste Säule der Therapie.

reduziert an Eiweiß, Phosphor und Natrium



angereichert mit Omega-3-Fettsäuren



hohe Schmackhaftigkeit, da viele Tiere appetitlos sind






Flüssigkeitstherapie




Infusionen in akuten Fällen beim Tierarzt



Subkutane Flüssigkeitsgabe zu Hause bei chronisch kranken Katzen




Begleitende Maßnahmen




Regelmäßige Blut- und Urinkontrollen



Stressarme Haltung



Unterstützung der Trinkfreude (Trinkbrunnen, mehrere Wasserschalen)








Alltag mit einem Tier mit Niereninsuffizienz




Fütterungsmanagement: konsequente Einhaltung der Nierendiät, keine Leckerchen „nebenbei“



Regelmäßige Kontrollen: Laborkontrollen alle 3–6 Monate



Beobachtung: Veränderungen im Verhalten oder Trinkverhalten dokumentieren



Wohnumfeld: ruhige Umgebung, warme Liegeplätze, gute Erreichbarkeit von Futter- und Wasserstellen




Viele Katzen und Hunde mit Nierenerkrankungen können bei guter Betreuung noch mehrere Jahre leben.







Prognose



Die Prognose hängt stark vom Stadium der Erkrankung ab.




Bei akuter Niereninsuffizienz ist die schnelle Behandlung entscheidend für die Überlebenschance.



Bei chronischer Niereninsuffizienz kann die Krankheit nicht geheilt, aber durch Therapie und Ernährung deutlich verlangsamt werden.




Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen, die Lebensqualität langfristig zu sichern.







Fachquellen:




Polzin DJ. Chronic Kidney Disease in Small Animals. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 2011.



International Renal Interest Society (IRIS). IRIS Guidelines for CKD Management in Dogs and Cats. iris-kidney.com



Elliott J, Barber PJ. Feline Chronic Kidney Disease: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9513888/Clinical Findings in 80 Cases. Journal of Small Animal Practice, 1998.
