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title: Magendrehung beim Hund — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/magendrehung-beim-hund/
date: 2026-04-22
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# Magendrehung beim Hund

Eine Magendrehung – fachlich Gastric Dilatation-Volvulus, kurz GDV – gehört zu den wenigen Situationen, in denen wirklich jede Minute zählt. Ohne sofortige tierärztliche Hilfe verläuft sie in aller Regel tödlich. Besonders gefährdet sind große und tiefbrüstige Hunde. Wer die ersten Anzeichen kennt, kann im Ernstfall das Leben seines Hundes retten. Dieser Ratgeber erklärt, was im Körper passiert, welche Hunde besonders betroffen sind und wie Sie Ihren Hund vor der gefürchteten Drehung schützen können.



Notfall-Hinweis: Bei aufgeblähtem Bauch, erfolglosem Würgen, Unruhe und starkem Speichelfluss sofort eine 24/7-Tierklinik anfahren. Nicht abwarten, nicht zuhause beobachten – anrufen, einsteigen, losfahren.



Was bei einer Magendrehung passiert



Normalerweise kann der Magen eines Hundes sich ausdehnen, wenn er frisst oder trinkt, und sich danach wieder zusammenziehen. Bei einer Magendrehung geschieht zweierlei gleichzeitig: Der Magen bläht sich plötzlich stark auf (Dilatation), und er dreht sich dabei um die eigene Achse (Volvulus). Durch die Drehung werden sowohl der Mageneingang am Übergang zur Speiseröhre als auch der Ausgang zum Dünndarm komplett verschlossen. Gase, Flüssigkeiten und Futter können weder hoch- noch weitertransportiert werden. Der Magen wird innerhalb kürzester Zeit prall überdehnt und drückt auf die umliegenden Organe.



Die reine Magendilatation ohne Drehung (GD) ist seltener und meist weniger dramatisch – aber das Bild gleicht dem der Drehung, und ohne bildgebende Diagnostik lässt sich das von außen nicht sicher unterscheiden. Bei Verdacht zählt also immer die Drehung.



Warum es so dramatisch ist



Eine Magendrehung ist kein „Magenproblem" – sie ist ein Kreislaufnotfall. Der überdehnte Magen drückt große Venen ab, die das Blut aus dem Bauchraum zurück zum Herzen führen. Der Rückstrom bricht zusammen, das Herz pumpt ins Leere, der Kreislauf kippt in einen obstruktiven Schock. Gleichzeitig wird die Magenwand selbst schlecht durchblutet und beginnt abzusterben, das Zwerchfell wird nach oben gedrängt, die Lunge kann sich nicht mehr richtig entfalten. Ohne Behandlung führt das innerhalb weniger Stunden zum Tod. Mit rechtzeitiger tierärztlicher Versorgung liegt die Überlebensrate in spezialisierten Zentren dagegen bei etwa 85 bis 90 Prozent.



Welche Hunde besonders gefährdet sind



Rassedisposition



Die Magendrehung trifft ganz überwiegend große und riesige Rassen mit tiefem, schmalem Brustkorb. Eine große nordamerikanische Kohortenstudie kam zu einem kumulativen Lebenszeit-Risiko von rund 6 Prozent über alle prädisponierten Rassen, mit einer Spannweite von etwa 4 Prozent beim Rottweiler bis zu rund 37 Prozent bei der Deutschen Dogge. Besonders häufig betroffen sind unter anderem:




Deutsche Dogge
Irischer Wolfshund, Bernhardiner, Bloodhound, Neufundländer
Weimaraner, Irish Setter, Großpudel, Akita, Collie, Rottweiler
Deutscher Schäferhund und Labrador Retriever – in europäischen Auswertungen regelmäßig unter den am häufigsten betroffenen Rassen




Auch Mischlinge aus diesen Rassen tragen ein deutlich erhöhtes Risiko.



Weitere Risikofaktoren



Studien haben mehrere Faktoren identifiziert, die unabhängig von der Rasse das Risiko einer Magendrehung erhöhen:




Höheres Lebensalter
Ein Verwandter ersten Grades mit einer Magendrehung in der Vorgeschichte – die familiäre Häufung ist gut belegt
Schnelles, schlingendes Fressen
Nur eine große Mahlzeit pro Tag
Stress, insbesondere zum Zeitpunkt der Fütterung
Tiefer, schmaler Brustkorb (sogenannte Depth-to-Width-Ratio)
Männliches Geschlecht




Erste Warnzeichen – und wann Sie sofort handeln müssen



Eine Magendrehung beginnt in aller Regel akut. Typische Warnzeichen sind:




deutlich aufgeblähter, trommelartig straffer Bauch
erfolgloses Würgen – der Hund versucht zu erbrechen, aber es kommt nichts oder höchstens etwas Schaum
starker Speichelfluss
Unruhe, Hin- und Herlaufen, kein Zurruhekommen
blasse Zahnfleischfarbe, lange kapilläre Rückfüllzeit
schneller, schwacher Puls, beschleunigte Atmung
Schwäche bis hin zum Kollaps




Wichtig: Nicht alle Anzeichen müssen gleichzeitig auftreten. Die Kombination aus aufgeblähtem Bauch und erfolglosem Würgen bei einem großen Hund ist der klassische Leitbefund – und jeder Verdachtsfall gehört sofort in eine 24/7-Tierklinik. Rufen Sie vorher an, damit die Klinik vorbereitet ist. Jede Minute, die verstreicht, verschlechtert die Prognose messbar.



Wie die Diagnose gestellt wird



In der Klinik steht zuerst die Kreislaufbeurteilung im Vordergrund. Parallel werden Blut- und Laktatwerte bestimmt. Ein Röntgenbild in rechter Seitenlage sichert die Diagnose: Bei einer Drehung zeigt sich das typische Bild zweier durch eine Gewebefalte getrennter Gasblasen – die sogenannte „Doppelblase" oder „Kompartimentierung". Ein EKG erfasst mögliche Herzrhythmusstörungen, die als Folge des Schocks schon früh auftreten können. Der Laktatwert im Blut hat zusätzlich eine wichtige prognostische Funktion: Werte unter 6 Millimol pro Liter gehen in Studien mit sehr guten Überlebensraten einher, ein Abfall des Laktats nach den ersten Infusionen gilt als besonders günstiges Zeichen.



Behandlungsmöglichkeiten



Erste Maßnahmen in der Klinik



Vor jeder Operation muss der Kreislauf stabilisiert werden. Das bedeutet in der Regel:




sofortige intravenöse Infusionstherapie, oft über zwei großlumige Zugänge
Schmerzlinderung
Entlastung des überdehnten Magens – entweder durch eine Magensonde durch den Rachen oder, wenn diese nicht passierbar ist, durch eine feine Punktion durch die Bauchwand
Korrektur der Elektrolyt- und Säure-Basen-Verhältnisse




Diese Phase entscheidet mit über den Erfolg: Ein Hund, der stabil in die Operation geht, hat eine deutlich bessere Prognose als einer, der in den OP gehetzt wird.



Die Operation



Bei jeder bestätigten Magendrehung ist eine Notfalllaparotomie erforderlich. Dabei wird der Magen zurück in seine normale Position gedreht (Derotation), abgestorbenes Gewebe abgetragen und die Milz beurteilt – bei schwerem Milzschaden muss sie entfernt werden. Anschließend folgt in aller Regel eine Gastropexie: Der Magenausgangsbereich wird mit der rechten Bauchwand verwachsen, damit eine erneute Drehung verhindert wird. Ohne Gastropexie erleiden sehr viele Hunde innerhalb der nächsten Monate oder Jahre einen Rückfall; mit Gastropexie liegt das Rezidivrisiko unter 5 Prozent.



Nach der Operation



Die Tage direkt nach dem Eingriff sind intensiv: Kreislauf, Herzrhythmus, Nierenwerte, Schmerzsituation – all das muss engmaschig überwacht werden. Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen treten bei rund der Hälfte der operierten Hunde auf und müssen gezielt behandelt werden. Langsam aufgebaute, leicht verdauliche Mahlzeiten in kleinen Portionen sind der Einstieg in die orale Fütterung. Wenn alles gut verläuft, kann der Hund nach einigen Tagen die Klinik verlassen. Danach folgt ein schonender Reha-Zeitraum mit ruhiger Bewegung und kleinen, über den Tag verteilten Mahlzeiten.



Prognose



Die Prognose hängt davon ab, wie früh der Hund in die Klinik kommt und wie stark der Kreislauf bereits betroffen ist. Günstige Zeichen sind eine kurze Zeit zwischen Symptombeginn und Behandlung, ein niedriger Laktatwert und eine vitale Magenwand. Ungünstige Prognosezeichen sind lange Verzögerungen, Magenwandnekrose mit teilweiser Gastrektomie, Milzentfernung, anhaltender niedriger Blutdruck oder eine systemische Entzündungsreaktion. In spezialisierten Zentren überleben heute rund 85 bis 90 Prozent der operierten Hunde den Eingriff – eine deutliche Verbesserung gegenüber den ersten Studien aus den 1990er Jahren.



Prävention – was Halter:innen tun können



Wer einen großen oder tiefbrüstigen Hund hat, kann mit einigen klaren Alltagsregeln das Risiko einer Magendrehung spürbar senken:




Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen statt einer großen
Das Schlingen verhindern: Anti-Schlingnäpfe, Puzzle-Feeder oder Schnüffelmatten verlangsamen das Fressen nachweislich
Keine körperliche Belastung innerhalb einer Stunde vor und nach dem Fressen
Stressarme Fütterungssituation, ruhig und in einer festen Umgebung
Bei Trockenfutter darauf achten, dass Fett oder Öl nicht unter den ersten vier Zutaten stehen – ein Punkt, den die ACVS ausdrücklich erwähnt
Keine Rohzucht mit Verwandten, die eine Magendrehung hatten, und keine Zucht mit betroffenen Tieren selbst




Ein Hinweis zu einer oft gegebenen Empfehlung: Lange Zeit wurde dazu geraten, großen Hunden den Futternapf zu erhöhen. Eine bedeutende Kohortenstudie zeigte jedoch, dass erhöhte Näpfe das Risiko einer Magendrehung nicht senken und möglicherweise sogar leicht erhöhen könnten. Spätere Studien haben diesen Zusammenhang nicht mehr eindeutig nachweisen können, aber bis zur endgültigen Klärung gilt: Der Napf steht besser auf dem Boden.



Prophylaktische Gastropexie



Bei Hunden mit sehr hohem Lebenszeitrisiko – allen voran Deutsche Doggen – empfehlen viele Fachverbände eine prophylaktische Gastropexie. Dabei wird der Magen vorbeugend mit der Bauchwand verwachsen, sodass er sich später nicht mehr drehen kann. Der Eingriff lässt sich häufig laparoskopisch, also mit nur wenigen kleinen Zugängen, durchführen und wird oft mit einer ohnehin geplanten Kastration kombiniert. Kosten-Nutzen-Analysen zeigen, dass sich das vor allem für Rassen mit einem Lebenszeitrisiko über rund einem Drittel klar lohnt. Die Entscheidung ist individuell und gehört in die orthopädische oder chirurgische Beratung.



Magendrehung im Tierheim-Alltag



Bei uns in Hannover leben immer wieder genau die Rassen, die als besonders gefährdet gelten – Schäferhunde, Doggen, Rottweiler, Labradore und deren Mischlinge. Wir klären Interessent:innen bewusst über das Thema auf: Wer einen tiefbrüstigen Hund adoptiert, bekommt bei uns die wichtigsten Präventionstipps und den klaren Hinweis, bei welchen Symptomen keine Zeit verloren werden darf. Manche unserer Hunde kommen bereits mit einer überstandenen Magendrehung und Gastropexie zu uns – das ist kein Ausschlussgrund für eine Vermittlung, aber ein wichtiger Faktor, den wir offen besprechen.



Wenn Sie einen großen Hund zu Hause haben: Speichern Sie die Nummer der nächsten 24-Stunden-Tierklinik auf dem Handy. Und wenn die Situation je eintritt, zögern Sie nicht. Schnelle Entscheidungen retten Leben.







Fachquellen




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Glickman LT, Glickman NW, Schellenberg DB, Raghavan M, Lee TL. Non-dietary risk factors for gastric dilatation-volvulus in large and giant breed dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2000.
Beck JJ, Staatz AJ, Pelsue DH et al. Risk factors associated with short-term outcome and development of perioperative complications in dogs undergoing surgery because of gastric dilatation-volvulus: 166 cases. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2006.
de Papp E, Drobatz KJ, Hughes D. Plasma lactate concentration as a predictor of gastric necrosis and survival among dogs with gastric dilatation-volvulus. Journal of the American Veterinary Medical Association, 1999.
Rosselli D. Updated Information on Gastric Dilatation and Volvulus and Gastropexy in Dogs. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 2022.
Ward MP, Patronek GJ, Glickman LT. Benefits of prophylactic gastropexy for dogs at risk of gastric dilatation-volvulus. Preventive Veterinary Medicine, 2003.
