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title: Trendfutter – Ernährungstrends im Hundenapf — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/hundefutter-trends-barf-vegan/
date: 2026-04-23
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# Trendfutter – Ernährungstrends im Hundenapf

Ein langes und gesundes Leben wünscht sich der Mensch für seinen besten Freund, den Hund – und füttert ihn nach bestem Wissen, Gewissen und Geldbeutel. Zusätzlich werden aus menschlichen Ernährungstrends auch Trends für Hunde abgeleitet – zum Beispiel vegane Ernährung. Die Futtermittelindustrie reagierte längst und umfangreich. Das Geschäft ist riesig.




Gesamtkosten Hundefutter



Wie viel Geld jährlich in Deutschland für Hundefutter ausgegeben wird, lässt sich nur schwer berechnen. Gewicht, Rasse und besondere Bedürfnisse des Hundes sind ebenso entscheidend wie Art und Qualität des Futters. Versicherungen beziffern die Futterkosten mit 10 bis 200 Euro im Monat. Gemittelt auf 100 Euro ergibt sich bei rund 10 Millionen Hunden in Deutschland eine Gesamtsumme von 12 Milliarden Euro pro Jahr – das entspricht dem Jahresetat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.








Die Geschichte des Hundefutters



Bis Mitte des 19. Jahrhunderts bekamen Hunde vor allem Brot und Essensreste zu fressen. Da es noch keine Fertiggerichte gab, waren die Abfälle vom Tisch oft ausgewogen. 1860 begann dann die Geschichte des Hundefutters: Der in London lebende James Spratt kam auf die Idee, ständig hungrige, unterernährte Straßenhunde mit selbstgebackenen Hundekeksen aus Weizen, Gemüse, Roter Bete und Rinderblut zu füttern. Seine Hundekekse in Knochenform machten ihn zum Millionär.



Im Ersten Weltkrieg kam Nassfutter auf den Markt: Viele Pferde waren Opfer des Krieges geworden, ihr Fleisch wurde zu Hundefutter verarbeitet. Der Trend hielt an, als nach dem Krieg Automobile aufkamen und viele Pferde überflüssig wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren billiges Blech und Pferdefleisch rar und teuer; die Industrie reagierte mit Trockenfutter, das auf Basis von Getreide oder aus Knochenmehl und Fleischabfällen hergestellt wurde – entsprechend günstig. Heute ist die Auswahl gigantisch und teils exotisch: „Känguru und Pastinake" ist im Regal ebenso zu finden wie Insektenprotein.



Das Verdauungssystem des Hundes



BARF, Prey, vegan, bio, getreidefrei, alternative Proteinquellen (zum Beispiel Insekten): Um die Trends zu beurteilen, lohnt ein Blick auf die Grundlagen der Verdauung. Prinzipiell ähnelt das Verdauungssystem des Hundes dem des Menschen in Aufbau und Funktion sehr. Ein Unterschied gleich am Anfang: Im Maul des Hundes gibt es noch keine Verdauungsenzyme, die Aufspaltung beginnt erst im Magen. Die Magensäure liegt bei einem pH-Wert von 0,5 bis 2 – ein äußerst saures Milieu, in dem aufgenommene Bakterien und andere schädliche Mikroorganismen abgetötet werden.



Das Hauptverdauungsorgan ist der Dünndarm. Enzyme aus der Leber (fettspaltend) und der Bauchspeicheldrüse (kohlenhydratspaltend) zerlegen Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette, die dann über die Darmwand aufgenommen werden. Auch Mineralstoffe, Vitamine und weitere Mikronährstoffe werden hier aufgenommen. Im Dickdarm werden vorrangig pflanzliche Nahrungsbestandteile zersetzt. Dort findet auch die Wasserresorption statt und damit die Eindickung des Kots. Faserstoffe werden unter Bildung kurzkettiger Fettsäuren abgebaut, die wiederum Energie für die Darmbakterien liefern.



Das Verdauungssystem des Hundes ist also für die Aufnahme von Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten und Mikronährstoffen ausgelegt.



Aktuelle Trends im Hundenapf



BARF – die reine Rohfütterung



BARF steht für „biologically appropriate raw food", teilweise auch für „Bones and Raw Food". Auf Deutsch: biologisch artgerechte Rohfütterung. Unter BARFen versteht man die Fütterung mit Knochen, Innereien und rohem Fleisch, ergänzt durch naturbelassene Zutaten wie rohes Gemüse oder Obst. Als Fleischlieferant ist fast jedes Tier erlaubt: Rind, Geflügel, Lamm, Schaf, Ziege, Wild, Pferd und Exoten wie Känguru oder Strauß. Bei der Variante BARFen light werden Fleisch und Gemüse gekocht.



Prey – Fütterung mit vollständigen Beutetieren



Im Gegensatz zum BARFen basiert die Prey-Fütterung („Prey model raw") ausschließlich auf rohem Fleisch, ohne Gemüse oder Obst. Dabei werden ganze Tiere verfüttert – selbstverständlich tot; Lebendverfütterung von Wirbeltieren ist Tierquälerei und in Deutschland verboten. Die Idee: Hunde sollen sich möglichst naturnah ernähren, so wie Wolf und Wildhund. Idealerweise ist die Auswahl abwechslungsreich – Geflügel, Kaninchen, Fisch, Wild, Rind. Für ein ursprüngliches Fressverhalten bekommen sie die Tiere im Ganzen, mit Haut, Knochen, Fell oder Federn.



Bio – umweltbewusst und tierfreundlich



Biofutter ist vor allem bei umweltbewussten Halter:innen beliebt. Wenig artgerechte Massentierhaltung ist für viele nicht mit Tierliebe vereinbar. Bei Bio-Tierhaltung kommen keine Gentechnik und keine Wachstumshormone zum Einsatz. Dennoch: Nicht überall, wo Bio draufsteht, sind hochwertige Zutaten drin. Teilweise verarbeiten Hersteller minderwertige Schlachtabfälle aus Biohaltung. Häufig kommen auch „Superfoods" wie Chia und Acai ins Rezept.



Alternative Proteinquellen



Einige Hundehalter:innen greifen auf alternative Proteinquellen zurück. Das können exotische Fleischsorten wie Känguru, Strauß oder Krokodil sein. Einige Hersteller bieten auch Futter mit hydrolysierten Proteinen an: Die Eiweiße sind in Molekülgröße aufgespalten, sodass der Körper nicht mehr allergisch reagiert – teilweise leidet darunter aber der Geschmack. Eine weitere Variante: Futter aus Insektenproteinen, hypoallergen, nachhaltig und umweltfreundlich. Meist werden Mehlwürmer und Schwarze Soldatenfliegen verarbeitet.



Getreidefreies Hundefutter



Der Grundsatz dahinter: Der Hund sei ein Carnivor, die Fütterung mit Getreide und Pflanzen sei nicht artgerecht und schädlich. Immer mehr Hunde, so die Verfechter:innen, litten an Futtermittelunverträglichkeiten und -allergien; Getreide und Gluten seien Auslöser. Das sind die Argumente besorgter Halter:innen, die ihre Vierbeiner artgerecht und gesund ernähren wollen.



Vegan



Im krassen Gegensatz zu den bisher genannten Trends gibt es Halter:innen, die ihr Tier vegan ernähren. Die Nahrung enthält keinerlei tierische Bestandteile. Meist sind es ökologische, tier- oder naturschutzmotivierte Gründe. Verwendet werden stattdessen Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Bohnen, geschälte Hanfsamen, Gemüse- und Obstsorten, Kartoffeln, Reis, Pseudogetreide wie Quinoa oder Amaranth sowie hochwertige Pflanzenöle.



Expertenmeinung zu den Trends



Tierärztin Katharina Jäger, spezialisiert auf Ernährungsberatung für Hunde und Katzen, empfiehlt eine reine Rohfütterung nicht. BARFen sei prinzipiell möglich („es funktioniert"), stelle aber ein hohes Risiko dar: Krankheitserreger im Futter können sowohl für Hund als auch Mensch gefährlich werden – der Hund ist Ausscheider etwa von Salmonellen. Sie empfiehlt generell Kohlenhydrate und Eiweiße im Verhältnis 1:1.



Die Prey-Fütterung hält sie wegen des sehr hohen Energieanteils für eher ungeeignet („Der Hund ist kein Wolf"). Auch Mikronährstoffe wie Kupfer und Zink fehlen bei dieser Methode. Gegen Bio-Futter gibt es keine Einwände, solange die Qualität stimmt. Für die Hundefutterherstellung müssen in Deutschland keine Tiere zusätzlich getötet werden: Schlachterzeugnisse, die nicht dem menschlichen Verzehr dienen (K3-Material), gehen in die Tierfutterherstellung.



Alternative Proteine sind nur sinnvoll, wenn der Hund übliche Eiweißträger nicht verträgt. Exoten wie Känguru oder Strauß sollten nicht von Anfang an gefüttert werden, damit sie als Alternative bleiben, falls herkömmliches Futter einmal nicht mehr vertragen wird. Getreide, zu dem auch Reis gehört, sind wertvolle Kohlenhydratlieferanten; Zöliakie im menschlichen Sinne gibt es bei Hunden nicht. Nur bei Irish Setter und Border Terrier kommt es selten vor, dass Gluten nicht gut vertragen wird.



Eine vegane Ernährung sei immer mit Risiko verbunden; Langzeitstudien fehlen. Gegen eine vegetarische Fütterung spreche dagegen nichts – für den Hund sei das „kein Problem".



Quellen




meintierischerfreund.com – Geschichte des Hundefutters



vet-dogs.de – Die Verdauung des Hundes



fressnapf.de/magazin/hund/ernaehrung/barfen/



agila.de – Rohfleischfütterung / Prey für Hunde



mein-haustier.de – Trends in der Hundeernährung



diefuttertieraerztin.de (Tierärztin Katharina Jäger)




Die Grundlagen ausgewogener Fütterung finden Sie in unserem Ratgeber „Ernährung beim Hund – Grundlagen".



Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 3/2023, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.
