---
title: Ein Ratgeber für Neuzugänge im Haushalt — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/ein-ratgeber-fuer-neuzugaenge-im-haushalt/
date: 2026-06-13
---

# Ein Ratgeber für Neuzugänge im Haushalt

Wie erobert Mann das Herz einer Katze



Im Titel beziehe ich mich auf einen Mann, allerdings funktioniert es im Prinzip genauso, wenn eine Frau in das Leben eines Mannes mit Katze oder Katzen tritt.Ich plaudere mal wieder aus dem Nähkästchen, denn ich war viele Jahre Single. Dann traf ich meinen Herzbuben und er stand vor der Herausforderung, meine vier Kater für sich zu gewinnen. Denn eins war klar: mögen sie ihn nicht, wars das mit uns. Nicht, dass er im geringsten unter Druck stand, aber ich gab ihm ein paar Tipps mit auf den Weg:Wenn ein Mann zu einer Frau mit Katzen zieht, zieht er nicht einfach in eine Wohnung ein. Er tritt einem bestehenden Königreich bei. Und meine Kater sind… nun ja… nicht nur Könige, sondern gleichzeitig Grenzpolizei, Innenminister und oberste Richter.



Phase 1: Die MusterungAm ersten Tag wurde mein Partner gemustert. Nicht von mir – ich hatte meine Entscheidung ja längst getroffen – sondern von den Katern. Sie saßen irgendwo erhöht (Regal, Sofa-Rückenlehne, Kratzbäume) und starrten. Lange. Unangenehm lange. Das war kein normales Anschauen. Das war ein tiefenpsychologischer Scan seiner Seele. Der wichtigste Tipp von mir: Nicht zurückstarren. Das ist eine Kriegserklärung. Blinzeln ist erlaubt. Leichtes Nicken auch. Wer hier souverän wirkt, hat schon halb gewonnen. Wer nervös „Na, Mieze?“ sagt, hat verloren.



Phase 2: Der GeruchstestKatzen vertrauen nichts, was nicht mindestens dreimal beschnuppert wurde. Schuhe, Taschen, Hände – alles wird geprüft. Besonders kritisch: der Geruch anderer Katzen. Oder schlimmer: Hunde.Tipp: Solltest du in deinem früheren Leben Kontakt zu einem Hund gehabt haben, empfehle ich eine komplette Identitätslöschung. Duschen unter kochend heissem Wasser. Kleidung neu kaufen. Am besten ein neues Leben beginnen.



Phase 3: Das IgnorierenHier kommt der paradoxeste Teil: Um die Katze zu erobern, muss man sie ignorieren. Während du denkst: „Oh, süß! Ich streichle sie mal“, denkt die Katze: „Grenzüberschreitung. Untragbar. Sofortiger Rückzug.“ Der erfahrene Katzen-Diplomat weiß: Setz dich hin, beschäftige dich demonstrativ mit etwas anderem und tue so, als sei dir die Katze völlig egal. Lies ein Buch. Schau aufs Handy. Existiere einfach. Innerhalb von Minuten wird die Katze denken: „Warum ignoriert er mich? Ich bin faszinierend.“ Und zack – sitzt sie neben dir. Du darfst dich dann aber nicht bewegen. Nicht atmen wäre ideal.



Phase 4: Die erste BerührungWenn die Katze dich berührt, ist das ein historischer Moment. In etwa vergleichbar mit einem Staatsbesuch.Wichtig: Du darfst jetzt nicht überreagieren. Kein „Awww!“, kein hektisches Streicheln. Du bewegst dich in Zeitlupe. Ein Finger. Vielleicht zwei. Sanft. Zu viel Begeisterung führt dazu, dass die Katze sofort wieder verschwindet und dich für emotional instabil hält.



Phase 5: Das OpferIrgendwann wird die Katze anfangen, dich leicht zu beißen oder mit der Pfote zu hauen. Das ist kein Angriff. Das ist… Liebe. Auf Katzenart. Du darfst jetzt auf keinen Fall beleidigt sein. Ein leichtes „Aua“ ist okay, aber bitte würdevoll. Du bist jetzt Teil der Familie. Leichtes Leiden gehört dazu.



Phase 6: Die endgültige AnerkennungDer große Moment kommt nachts. Du wachst auf, weil du dich nicht bewegen kannst. Die Katze liegt auf dir. Schwer. Warm. Unverrückbar.Herzlichen Glückwunsch. Du wurdest akzeptiert. Du bist jetzt kein Eindringling mehr. Du bist Möbel.



Wer das Herz einer Katze gewinnen will, braucht Geduld, Selbstbeherrschung und die Fähigkeit, persönliche Zurückweisung als Teil eines größeren Plans zu sehen. Oder anders gesagt: Du ziehst nicht nur zu deiner Freundin. Du bewirbst dich bei der Katze.



Und wenn du Glück hast, wirst du irgendwann befördert – vom „verdächtigen Individuum“ zum „akzeptierten Dosenöffner“ und gehörst zu den Menschen, über die Francesco Petrarca sagte:



Die Menschheit läßt sich grob in in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte.
