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title: Die Tierärztin berichtet über die Zecke — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/die-tieraerztin-berichtet-2/
date: 2026-09-02
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# Die Tierärztin berichtet über die Zecke

Ein Stich des kleinen lästigen Parasiten kann sowohl für den Menschen als auch für Tiere sehr gefährlich werden oder gar tödlich enden. Hat sich die Zecke erst einmal eine geeignete Körperstelle gesucht, dann öffnet sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut ihres „Opfers“ und gräbt sich mit ihrem Stechrüssel ins Gewebe, um dort bis zu 15 Tage lang Blut aufzusaugen. Während der Blutmahlzeit kann die Zecke eine Vielzahl an Krankheitserregern übertragen. Dabei handelt es sich um Bakterien, Viren oder Einzeller, die aus dem Darm oder den Speicheldrüsen der infizierten Zecke in den Wirt gelangen.Auf einige mögliche durch Zecken ausgelöste Krankheiten möchte ich heute eingehen: Eine gefürchtete Viruserkrankung, die durch einen Zeckenstich übertragen werden kann, ist die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Diese Erkrankung ist nur für den Menschen relevant und eine Impfung bietet Schutz gegen diese Gefahr.Die Borreliose ist eine durch Bakterien ausgelöste Krankheit, die sich auf vielfältige Arten zeigen kann. Beim Menschen zeigt sich die charakteristische Wanderröte, eine kreisförmige Rötung der Haut, um die Stelle des Stichs herum. Einige Tage nach der Infektion treten Symptome wie Fieber, Krankheitsgefühl und Kopfschmerzen auf. Später können Gelenk-, Haut- und Herzerkrankungen hinzukommen. Bei Hunden findet man keine typische Wanderröte. Stattdessen zeigt sich eine Borreliose häufig durch eine akute Gelenkentzündung. Symptome wie Fieber, Leistungsschwäche, Erschöpfung, neurologische Symptome und Lahmheit sollten immer zu einer Untersuchung auf Borrelien führen. Katzen erkranken extrem selten an einer Borreliose.Eine Ehrlichiose betrifft sowohl Menschen als auch Tiere. Der Mensch hat häufig eine symptomlose Infektion. Beim Hund befallen die Ehrlichien die weißen Blutkörperchen und können sich über diese in der Milz, in den Lymphknoten und anderen Organsystemen verteilen. Das Tier zeigt eine Inappetenz, erhöhte Körpertemperatur, Einblutungen und/oder eine Schwellung der Lymphorgane.Die Anaplasmose, die durch einen einzelligen Blutparasiten verursacht wird, ist eine Erkrankung, bei der ein Teil der weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen des Wirtes befallen werden. Die Krankheit kann durch Entzündungen in den Gelenken zu akuten Lahmheiten führen. Die Hunde zeigen teils hohes Fieber, Appetitlosigkeit, später gegebenenfalls auch erhebliche Gerinnungsprobleme und dadurch Blutungen. Wird in der akuten Phase der Erreger nicht eliminiert, so kann es zu einem späteren Zeitpunkt zur erneuten Erkrankung kommen.Bei einem Verdacht auf eine von Zecken übertragene Krankheit kann eine Blutuntersuchung Klarheit bieten. Den besten Schutz gegen einen Zeckenstich bzw. gegen die Übertragung von Infektionen, bietet eine regelmäßige Zeckenprophylaxe. Für Hunde und Katzen stehen viele verschiedene Produkte zur Verfügung. Zecken, die sich bereits in der Haut „verankert“ haben, sollten möglichst zeitnah vorsichtig und im Ganzen aus der Haut entfernt werden. Die Zecke sollte auf keinen Fall mit Öl, Alkohol, Nagellack oder Ähnlichem bestrichen werden, da die Gefahr einer Übertragung von Erregern dadurch steigen würde.







Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Struppi 2/2022, dem Vereinsmagazin des Tierschutzvereins für Hannover und Umgegend e. V.



Fotonachweis: Frau Dr. Bauer | Sabine Meusel
