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title: Diabetes mellitus bei der Katze — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/diabetes-mellitus-bei-der-katze/
date: 2026-04-22
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# Diabetes mellitus bei der Katze

Bei der Katze sieht Diabetes anders aus als beim Hund – und birgt eine gute Nachricht: Ein beachtlicher Teil der diabetischen Katzen kann in Remission gehen, also nach einer begrenzten Therapiephase wieder ohne Insulin auskommen. Die Voraussetzung ist ein frühes, konsequentes Management. Dieser Ratgeber erklärt, warum Katzendiabetes wie der Typ-2-Diabetes beim Menschen funktioniert, welche modernen Insuline eingesetzt werden und wie Ernährung und Gewicht den Ausschlag geben.



Was Diabetes bei der Katze bedeutet



In rund 75 bis 80 Prozent der Fälle ähnelt der feline Diabetes mellitus dem menschlichen Typ-2-Diabetes: eine Kombination aus Insulinresistenz und einem nach und nach einsetzenden Versagen der insulinproduzierenden Beta-Zellen. Ein Teil dieses Beta-Zell-Untergangs geht auf Amyloid-Ablagerungen in den Langerhans-Inseln zurück, die für die Katze typisch sind.



Zusätzlich steht heute eine weitere Ursache deutlich stärker im Blick: Bei rund einem Fünftel der diabetischen Katzen liegt eine Akromegalie vor – eine Überproduktion von Wachstumshormon aus einem Hypophysentumor –, die massive Insulinresistenz erzeugt und eine klassische Therapie erschwert.



Welche Katzen besonders gefährdet sind




Übergewicht und Adipositas sind der mit Abstand wichtigste beeinflussbare Risikofaktor – adipöse Katzen haben ein bis zu vierfach erhöhtes Diabetesrisiko
Katzen zwischen 9 und 12 Jahren sind deutlich häufiger betroffen als jüngere Tiere
kastrierte Kater sind in vielen Kohorten überrepräsentiert
rassebedingte Häufung bei der Burma-Katze, besonders in Australien und Großbritannien; zusätzlich bei Tonkanesen und Norwegischen Waldkatzen
hochkohlenhydrathaltiges Trockenfutter und Bewegungsarmut begünstigen die Entstehung
auch eine längere Glukokortikoid-Therapie kann Auslöser sein




Typische Symptome



Die klassischen Warnzeichen kennen viele aus der Humanmedizin:




vermehrtes Trinken und Urinabsatz (Polyurie, Polydipsie)
großer Hunger bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
stumpfes Fell, mangelnde Fellpflege
ein plantigrader Gang – die Katze setzt die Sprunggelenke ungewohnt tief ab. Dieses feline Leitsymptom ist Ausdruck einer diabetischen Neuropathie, die bei Katzen besonders häufig vorkommt
im Spätverlauf Mattigkeit, Erbrechen, Dehydration – mögliche Hinweise auf eine diabetische Ketoazidose und damit einen Notfall




Wie die Diagnose gestellt wird



Die Kombination aus klinischen Symptomen, anhaltend hohen Blutzuckerwerten und Glukose im Urin führt meist schnell zur Diagnose. Ein besonderes Problem ist jedoch die Stresshyperglykämie: Bei Katzen kann der Blutzucker in einer Untersuchungssituation in beinahe jede Höhe steigen, ohne dass ein Diabetes vorliegt. Deshalb reicht eine einzelne hohe Messung nicht aus.



Hilfreich sind:




der Fruktosaminwert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten ein bis zwei Wochen abbildet und eine Stresshyperglykämie zuverlässig ausschließt
eine Blutzuckerkurve über den Tag, idealerweise zu Hause, oder
ein kontinuierliches Glukose-Monitoring (CGM) wie das FreeStyle Libre, das bei Katzen validiert ist und die Einstellung erheblich erleichtert




Behandlung mit Insulin



Zur Einstellung werden bei Katzen bevorzugt lang wirksame Insulinanaloga eingesetzt, die zu ihrem Stoffwechsel passen:




Glargin U100 (Lantus) – besonders gut untersucht und häufig erste Wahl
Detemir (Levemir) – gleichwertige Option, wirkt bei manchen Katzen etwas länger und stärker
Protamin-Zink-Insulin (ProZinc) – zugelassene veterinärmedizinische Variante
Glargin U300 – flachere Wirkkurve, zunehmend positiv bewertet




Die Startdosis liegt typischerweise bei 0,25 bis 0,5 Internationalen Einheiten pro Kilogramm Idealgewicht, zweimal täglich, in engmaschiger Abstimmung mit der Tierarztpraxis. NPH-Insulin und Caninsulin sind für Katzen weniger geeignet, weil sie zu kurz wirken und die Remissionschance senken.



Die Besonderheit: Remission



Das ist der entscheidende Unterschied zum Hund. Bei Katzen kann eine Remission eintreten – das Tier braucht nach einer konsequenten Therapiephase kein Insulin mehr, oft dauerhaft. Studien zeigen Remissionsraten zwischen 47 und über 80 Prozent, abhängig vom Zeitfenster und der Intensität der Einstellung:




Wer innerhalb der ersten sechs Monate nach Diagnose eine gute Einstellung erreicht, hat die höchsten Chancen
Früh einsetzende, effektive Gewichtsreduktion erhöht die Remissionschance drastisch – in aktuellen Auswertungen um das bis zu 15-fache
Burma-Katzen zeigen in einer großen australischen Studie eine rund fünffach höhere Remissionsrate als andere Rassen




Wichtig ist ein realistischer Blick: „Remission" bedeutet nicht Heilung. Der ursprüngliche Risikostatus bleibt bestehen, und ein Teil der Katzen erleidet später einen Rückfall. Regelmäßige Kontrollen bleiben deshalb dauerhaft wichtig.



Ernährung – der zweite Hebel



Bei der Katze ist die Ernährung therapierelevanter als beim Hund. Die aktuellen iCatCare-Leitlinien empfehlen Futter mit:




weniger als 25 Prozent Kohlenhydraten der Trockenmasse
hohem Proteingehalt
kontrollierter Energiedichte für eine gezielte Gewichtsreduktion bei adipösen Katzen




Kommerzielle Diabetes-Diäten wie Purina Pro Plan DM, Hill's m/d oder Royal Canin Diabetic erfüllen diese Kriterien. Mit Blick auf die Remission lohnt es sich, Insulintherapie und kohlenhydratarme Diät von Anfang an zusammen einzusetzen.



Monitoring im Alltag



Zur guten Einstellung gehören mehrere Bausteine:




regelmäßige Blutzucker-Tagesprofile; bei stabil eingestellten Katzen seltener, in der Einstellungsphase engmaschiger
Fruktosamin als Langzeitmarker alle ein bis drei Monate
Heim-Blutzuckermessung oder ein CGM-Sensor
Beobachtung von Gewicht, Trinkmenge, Appetit und Allgemeinbefinden
ein Notfallplan für Unterzucker – Traubenzuckerlösung oder Honig immer griffbereit




Gefährliche Akutsituationen



Die diabetische Ketoazidose ist bei der Katze ebenso ein stationärer Notfall wie beim Hund. Typische Warnzeichen: Erbrechen, Apathie, schnelle Atmung, Appetitverlust. Parallel kann eine Hypoglykämie auftreten, wenn zu viel Insulin gegeben wurde, die Katze nicht frisst oder sich die Stoffwechsellage Richtung Remission entwickelt. Zeichen sind Schwäche, unsicherer Gang, Zittern bis hin zu Krampfanfällen.



Ein wichtiger Hinweis zu den neuen SGLT2-Hemmern (Bexagliflozin, Velagliflozin), die in den USA inzwischen oral zur Behandlung des Katzendiabetes zugelassen sind: Sie können eine euglykämische Ketoazidose auslösen – eine Ketoazidose bei normalen Blutzuckerwerten. Einsatz und Kontrollen liegen deshalb in spezialisierten Händen.



Prognose



Mit guter Einstellung erreicht die Mehrheit diabetischer Katzen eine sehr gute Lebensqualität. Aktuelle Kohortenstudien berichten mediane Überlebenszeiten ab Diagnose von rund zweieinhalb Jahren; Katzen, die in Remission gehen, leben im Durchschnitt deutlich länger. Die ersten sechs Monate sind erfahrungsgemäß der entscheidende Zeitabschnitt – je früher und konsequenter eingestellt, desto besser.



Was sich zum Hund unterscheidet



Wer beide Ratgeber liest, erkennt schnell die wichtigsten Unterschiede: Der Hund wird nahezu ausschließlich insulinabhängig, benötigt lebenslange Therapie und entwickelt in vielen Fällen schnell eine Katarakt. Die Katze kann – bei früher Diagnose, konsequenter Therapie und der richtigen Ernährung – häufig in Remission gehen; Katarakte sind selten, die diabetische Neuropathie dagegen typisch. Entsprechend unterscheiden sich auch die Schwerpunkte bei Insulin, Diät und Monitoring.



Katzendiabetes im Tierheim-Alltag



Diabetische Katzen kommen auf unterschiedlichsten Wegen zu uns – vom Fundtier ohne Vorgeschichte bis zur Abgabe durch eine Familie, die sich überfordert fühlt. Wir hören oft: „Zwei Spritzen pro Tag, das schaffe ich nicht." In der Praxis zeigt sich fast immer etwas anderes: Die meisten Menschen lernen die Routine in wenigen Tagen und berichten nach kurzer Zeit, wie selbstverständlich der Alltag mit einer Diabetes-Katze geworden ist.



Wer eine diabetische Katze bei uns adoptiert, bekommt eine ehrliche Beratung, alle bisherigen Befunde, eine Empfehlung zur weiterbetreuenden Tierarztpraxis – und bei Bedarf eine Einweisung in die Spritzentechnik. In Gesprächen mit späteren Halter:innen hören wir häufig dasselbe: Diese Tiere werden über die gemeinsame Routine zu besonders engen Familienmitgliedern.







Fachquellen




Taylor S, Cannon M, Church DB et al. 2025 iCatCare consensus guidelines on the diagnosis and management of diabetes mellitus in cats. Journal of Feline Medicine and Surgery, 2025.
Behrend E, Holford A, Lathan P, Rucinsky R, Schulman R. 2018 AAHA Diabetes Management Guidelines for Dogs and Cats. Journal of the American Animal Hospital Association, 2018.
Gottlieb S, Rand JS, Anderson ST. Frequency of diabetic remission, predictors of remission and survival in cats using a low-cost, moderate-intensity, home-monitoring protocol and twice-daily glargine. Journal of Feline Medicine and Surgery, 2024.
O'Neill DG, Gostelow R, Orme C, Church DB, Niessen SJM, Verheyen K, Brodbelt DC. Epidemiology of Diabetes Mellitus among 193,435 Cats Attending Primary-Care Veterinary Practices in England. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2016.
Roomp K, Rand J. Intensive blood glucose control is safe and effective in diabetic cats using home monitoring and treatment with glargine. Journal of Feline Medicine and Surgery, 2009.
