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title: Abschied und Euthanasie begleiten — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/ratgeber/abschied-euthanasie-begleiten/
date: 2026-04-22
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# Abschied und Euthanasie begleiten

Die Entscheidung, ein Tier gehen zu lassen, gehört zu den schwersten Aufgaben in einer Mensch-Tier-Beziehung. Sie ist zugleich eine der letzten großen Fürsorgehandlungen, zu denen Halter:innen in der Lage sind. Dieser Ratgeber soll keine Entscheidung abnehmen – die trifft immer die Halter:in gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt. Er bietet eine Struktur für die Abwägung, erklärt den tierärztlichen Ablauf, ordnet rechtliche und praktische Fragen der Bestattung ein und widmet einen Abschnitt dem Thema Trauer.



Wann ist der Zeitpunkt?



Statt der offenen Frage „Wie lange geht es noch?" hilft ein Blick auf die Lebensqualität. Die amerikanische Onkologin Alice Villalobos hat mit der HHHHHMM-Skala ein Werkzeug entwickelt, das Halter:innen und Tierärzt:innen weltweit nutzen (Villalobos, Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice 2011). Sie bewertet sieben Kategorien auf einer Skala von 0 bis 10:




Hurt – Schmerz, ist er unter Kontrolle?
Hunger – Kann das Tier genug fressen, braucht es Unterstützung?
Hydration – Trinkt es ausreichend?
Hygiene – Kann es sich sauber halten oder sich reinigen lassen?
Happiness – Gibt es erkennbare Freude, Interesse, Zuwendung?
Mobility – Ist noch Bewegung möglich, wenn auch eingeschränkt?
More Good Days than Bad – Überwiegen die guten Tage?




Summen unter 35 Punkten sprechen nach Villalobos für eine ernsthafte Einschränkung der Lebensqualität und die Einleitung eines tierärztlichen Gesprächs über Palliativbegleitung oder Euthanasie. Die Skala ist kein Automatismus, sondern eine Entscheidungshilfe. Tägliches Führen der Werte über zwei bis drei Wochen zeigt Trends und macht schwierige Unterhaltungen mit der Praxis konkreter.



Einen oft zitierten Leitsatz haben Hospiz-Veterinär:innen dabei im Hinterkopf: Better a week too early than a day too late. Eine Woche zu früh erspart im Zweifel Leiden; einen Tag zu spät kann man nicht mehr rückgängig machen. Das bedeutet nicht, dass Halter:innen vorschnell handeln sollen – es bedeutet, dass Entscheidungen nicht aufgeschoben werden, bis das Tier schon nicht mehr aus dem Körper heraus „fragen" kann.



Der tierärztliche Ablauf



Eine fachgerecht durchgeführte Euthanasie ist schonend und schmerzfrei. Der Ablauf folgt in der Regel zwei Schritten (AVMA-Leitlinien 2020):




Sedation: Eine Injektion mit einem Beruhigungsmittel bringt das Tier in einen tiefen, schmerzfreien Schlaf. Das ist der Moment, in dem Halter:innen noch einmal in Ruhe Abschied nehmen können.
Überdosis eines Narkosemittels i. v.: Meist Pentobarbital. Das Herz-Kreislauf-System kommt innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten zum Stillstand. Das Tier bemerkt davon nichts mehr.




Nach dem Tod können Muskelzuckungen, ein letzter tiefer Atemzug, offenbleibende Augen sowie Harn- oder Kotabgang auftreten. All das sind normale postmortale Reflexe ohne Wahrnehmung und kein Hinweis auf Leiden. Sprechen Sie Ihre Tierarztpraxis vorher darauf an – viele erklären den Ablauf von sich aus, damit Sie vorbereitet sind.



Ort: Praxis, Hausbesuch oder Tierheim



Die Euthanasie kann in der Tierarztpraxis stattfinden oder – was in Hannover zunehmend angeboten wird – als Hausbesuch. Ein Abschied in der vertrauten Umgebung reduziert Stress besonders bei:




großen Hunden, die schwer zu transportieren sind,
ängstlichen Katzen und Kaninchen,
Exoten und Kleintieren, für die jeder Transport bereits Stress bedeutet,
Tieren, deren Zustand sich akut verschlechtert hat.




Mobile tierärztliche Dienste in Hannover – darunter felmo und verschiedene lokale Praxen – führen Hausbesuche durch. Besprechen Sie die Option rechtzeitig und fragen Sie nach Verfügbarkeit auch außerhalb der regulären Sprechzeiten.



Bestattungsmöglichkeiten



Kleintierkrematorium



Krematorien bieten zwei Varianten: die Einzelkremation mit der Rückgabe einer eigenen Urne und die Sammelkremation, bei der mehrere Tiere gemeinsam eingeäschert werden. In und um Hannover übernehmen mehrere Tierbestattungsunternehmen Abholung, Einäscherung und Beisetzung auf Wunsch.



Tierfriedhof



Der Tierfriedhof Hannover am Laher Feld bietet Einzelgräber für Hunde, Katzen und Kleintiere. Ein Abholservice direkt vom Halter:innen-Haushalt oder von der Tierarztpraxis wird in der Regel angeboten.



Bestattung im eigenen Garten



In Niedersachsen ist die Gartenbestattung nach der Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV § 27) unter Auflagen erlaubt: auf eigenem Grundstück, nicht in Wasser- oder Naturschutzgebieten, mit einer Erddecke von mindestens 50 cm, ausreichend Abstand zu Wegen und Gewässern, und nicht bei tierseuchenbedingtem Tod. Klären Sie im Zweifel beim Veterinär- oder Ordnungsamt der Region Hannover, ob die kommunalen Vorgaben zusätzliche Auflagen enthalten.



„Convenience Euthanasia" – und warum das Tierheim eine Alternative ist



Euthanasie aus Bequemlichkeit – wegen eines Umzugs, einer Allergie, eines Verhaltensproblems oder weil kein Urlaubsplatz gefunden wird – ist aus tierärztlich-ethischer Sicht abzulehnen. Die AVMA-Leitlinien von 2020 bestätigen ausdrücklich das Recht der Tierärzt:innen, einen solchen Auftrag abzulehnen. Wenn sich die Lebensumstände ändern und die Tierhaltung nicht mehr möglich ist, sind Tierheime da. Das Tierheim Hannover nimmt Abgaben auf und sucht verantwortlich nach neuen Menschen für das Tier.



Natürlicher Tod ist oft keine Alternative



Der Gedanke „ich lasse meinen Hund zu Hause einschlafen" ist nachvollziehbar. In der Realität ist ein natürlicher Tod selten der friedliche Übergang, den man sich vorstellt. Atemnot, Schmerzattacken, Orientierungsverlust und Agonie sind häufige Begleiter der letzten Stunden. Die Euthanasie ist keine Kapitulation, sondern eine medizinisch-ethische Option, die Leiden verkürzt. Diese Perspektive hilft manchen Menschen, die Last der Entscheidung besser zu tragen.



Kinder einbeziehen



Für Kinder gehört ein Haustier oft ein Leben lang zur Familie. Wenn der Abschied ansteht, lohnt sich ehrliche, kindgerechte Sprache. Formulierungen wie „er ist eingeschlafen" klingen sanft, erzeugen bei kleinen Kindern aber oft Schlaf-Ängste. Besser ist es zu sagen, dass das Tier gestorben ist, nicht mehr aufwacht, nicht mehr atmet und keinen Hunger oder Durst mehr hat. Ein Ritual – ein gemeinsames Foto, eine Zeichnung, ein kleines Grab – hilft beim Verstehen. Eine sofortige Anschaffung eines neuen Tieres als „Ersatz" überspringt den Trauerprozess und ist für Kinder wie Erwachsene ungünstig.



Andere Tiere im Haushalt



Hunde, Katzen und andere Haustiere reagieren auf den Verlust eines Mitbewohners. Typische Zeichen sind Appetitverlust, Rückzug, veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus, Suchverhalten und vermehrtes Vokalisieren. Eine Studie von Greene & Vonk (Applied Animal Behaviour Science) an 450 Haushalten zeigte klare Trauer-Indikatoren über mehrere Wochen, teils unabhängig davon, ob das verstorbene Tier noch zum Körper geschaut werden durfte. Wenn möglich, geben Sie dem im Haushalt verbliebenen Tier die Möglichkeit, den Verstorbenen noch einmal zu beschnuppern – das erleichtert vielen Tieren die Einordnung.



Trauer ist normal



Tiertrauer ist eine echte Trauer. Sie folgt denselben Phasen, die wir aus der menschlichen Trauer kennen – Schock, Schmerz, Wut oder Schuld, Verhandeln, Akzeptanz –, nur wird sie gesellschaftlich oft schlechter anerkannt. Sätze wie „war ja nur ein Tier" gehen vorbei, erreichen aber wenig. Nehmen Sie Ihre Trauer ernst:




Schreiben, sprechen, erinnern – der Prozess braucht Raum.
Tiertrauergruppen online und vor Ort bieten Austausch mit Menschen, die das Gefühl kennen.
Bei anhaltender Trauer mit körperlichen Symptomen: professionelle Trauerbegleitung oder hausärztliche Abklärung.
Der Bundesverband der Tierbestatter und die Literatur von Verena Kast („Trauern") geben Orientierung.




Im Tierheim Hannover



Unser Tierschutzverein besteht seit 1844 und begleitet Tiere und Menschen durch sehr unterschiedliche Lebensphasen. Auch der Abschied gehört dazu. Unser tierärztliches Team betreut die Tiere im Tierheim selbst und arbeitet im Bedarfsfall mit externen Praxen zusammen. Wenn Sie ein Tier bei uns adoptiert haben und vor einer Entscheidung stehen, können Sie sich gern an uns wenden – wir vermitteln Kontakte zu verhaltensmedizinischen Praxen, Onkolog:innen und Tierbestatter:innen der Region. Und wenn der Moment gekommen ist: Sie sind nicht allein. Das Ritual, das Sie für den Abschied brauchen, finden Sie – leise, konkret und mit dem Tier im Mittelpunkt.







Fachquellen




Villalobos, A. (2011): Quality-of-Life Assessment Techniques for Veterinarians. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice 41, 519–529.
American Veterinary Medical Association (2020): AVMA Guidelines for the Euthanasia of Animals. avma.org
International Association for Animal Hospice and Palliative Care (IAAHPC): General Animal Hospice & Palliative Care Guidelines. iaahpc.org
Bundestierärztekammer (BTK): Leitlinien zur Euthanasie. bundestieraerztekammer.de
Bundesverband der Tierbestatter e. V.: tierbestatter-bundesverband.de
Kast, V.: Trauern. Phasen und Chancen des psychischen Prozesses. Kreuz-Verlag.
Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV) § 27 – gesetze-im-internet.de.
