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title: Ehrenamtliche Helfer:innen für Streunerkatzen gesucht — Tierschutzverein Hannover
url: https://tierheim-hannover.de/news/ehrenamt-streunerkatzen/
date: 2026-05-16
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# Ehrenamtliche Helfer:innen für Streunerkatzen gesucht

Warum Streunerkatzen eine menschliche Verantwortung sind



Streunerkatzen sind keine Wildtiere. Es sind verwilderte Hauskatzen, deren Geschichte beim Menschen begann: Sie wurden ausgesetzt, liefen weg, oder ihre Mütter lebten schon auf der Straße. Ohne regelmäßige Mahlzeiten, ohne Schutz und mit einem geschwächten Immunsystem entsteht eine Abwärtsspirale: Mangelernährung fördert Krankheiten, Krankheiten schwächen das Immunsystem weiter, und ansteckende Leiden wie Katzenschnupfen oder FIV breiten sich in einer Kolonie schnell aus.



Der Deutsche Tierschutzbund dokumentiert im Großen Katzenschutzreport (August 2023): 99 Prozent der Straßenkatzen sind beim ersten Tierarzt-Kontakt durch Tierschutzorganisationen krank. Bis zu 75 Prozent der auf der Straße geborenen Kätzchen überleben den sechsten Lebensmonat nicht — 48 Prozent sterben vor dem 100. Lebenstag.



Das Vermehrungsproblem: Warum Kastration die einzige Lösung ist



Eine nicht kastrierte Katze kann zweimal im Jahr werfen — pro Wurf überleben unter Straßenbedingungen typischerweise zwei bis vier Jungtiere. Der Deutsche Tierschutzbund illustriert das exponentielle Wachstum mit einer Modellrechnung: Geht man von zwei Würfen jährlich mit je drei überlebenden Jungtieren aus und nehmen theoretisch alle Tiere und ihre Nachkommen an der Fortpflanzung teil, würden nach zehn Jahren aus einer einzigen Ausgangskatze rund 200 Millionen Nachkommen hervorgehen. Die Realität ist grausamer: Etwa 121 Millionen dieser Tiere sterben in diesem Modell kurz nach der Geburt. Die Zahl ist kein Realwert, sondern eine Illustration — sie zeigt, warum unkontrollierte Fortpflanzung das Problem, nicht die Natur, schafft.



Kastration ist die einzige nachhaltige Antwort. Das bestätigt auch die Forschung: In einer 17-jährigen Langzeitstudie zum TNR-Programm (Trap-Neuter-Return, deutsch: Einfangen–Kastrieren–Zurücksetzen) im Hafen von Newburyport, Massachusetts, wurde eine Ausgangskolonie von rund 300 freilebenden Katzen durch konsequente Kastration und Adoption bis zum Jahr 2009 vollständig auf null reduziert (Spehar & Wolf, 2017, Animals). Der Mechanismus dahinter: Kastrierte Katzen besetzen ihr Revier und verhindern so den Zuzug unkastrierter, meist kranker Tiere von außen.



Was wir in Hannover tun — und was das Recht dazu sagt



Der Tierschutzverein für Hannover und Umgegend e. V. kastriert Streunerkatzen auch außerhalb der Tierheim-Mauern. Für Hannover und die Region stellen wir Kastrationsscheine für Streunerkatzen aus und helfen beim Einfangen. Kastrierte Tiere werden mit einem Transponder-Chip versehen und beim Haustierregister auf uns angemeldet, damit sie bei einem erneuten Fund klar zugeordnet werden können.



Das gesetzliche Fundament für diese Arbeit ist klar: § 13b des Tierschutzgesetzes ermächtigt Länder und Kommunen, Katzenschutzverordnungen zu erlassen. Die Stadt Hannover hat davon seit dem 1. Januar 2019 Gebrauch gemacht: Wer eine freilaufende, fruchtbare Katze hält, ist verpflichtet, sie ab dem fünften Lebensmonat kastrieren, chippen und im Haustierregister registrieren zu lassen. Seit Juni 2023 gilt diese Pflicht landesweit in Niedersachsen — als zweitem Bundesland nach Berlin hat das Land eine flächendeckende Katzenschutzverordnung beschlossen.



Zurück ins Revier — mit Anschluss an eine Futterstelle



Unser Ziel ist es, kastrierte Streunerkatzen nach dem Eingriff in ihr gewohntes Revier zurückzusetzen. Dort sind sie gesünder, territorial stabil und für die Kolonie weniger belastend als neue, unkontrollierte Zuwanderer. Voraussetzung ist eine verlässliche Futterstelle mit frischem Wasser in der Nähe.



Leider können wir diese Futterstellen nicht selbst betreuen — das liegt jenseits dessen, was unser hauptamtliches Team täglich leisten kann. Und nicht jede Person, die uns um Hilfe bittet, gestattet es, die Tiere anschließend zurückzubringen. Deshalb suchen wir immer wieder sowohl Auswilderungs-Plätze als auch ehrenamtliche Helfer:innen, die Futterstellen übernehmen.



Ehrenamtlich helfen — so geht es konkret



Wenn Sie eine Futterstelle für Streunerkatzen betreuen, übernehmen Sie eine überschaubare, aber wichtige Aufgabe: Sie sorgen dafür, dass die Tiere täglich frisches Futter und Wasser vorfinden, halten die Futterstelle sauber und halten Augen und Ohren offen für neue Tiere oder solche, die krank wirken. Das geht auch ohne Fachwissen — wir begleiten Sie.



Was wir uns von Ihnen wünschen:




Verlässlichkeit: tägliche Versorgung oder ein abgestimmtes Vertretungs-System in Ihrer Nachbarschaft



Aufmerksamkeit: Neuzugänge und kranke Tiere an uns melden



Bereitschaft, die Hygiene der Futterstelle zu gewährleisten (Schalen reinigen, keine Futterreste liegenlassen)




Was Sie nicht brauchen:




Kein Fachwissen über Katzenmedizin — das übernehmen wir



Kein eigenes Auto — Futterstellen entstehen dort, wo Streuner leben, oft fußläufig erreichbar



Keine tierärztliche Ausbildung — Sie melden, wir kümmern uns




Für Fragen und zur Anmeldung erreichen Sie uns unter 0511 97 33 98 - 0 oder per E-Mail an info@tierheim-hannover.de - wir freuen uns über jede helfende Hand.



Was tun, wenn Sie eine Streunerkatze entdecken?




Beobachten, nicht sofort eingreifen. Prüfen Sie, ob die Katze wirklich ohne Versorgung ist oder ob jemand sie bereits betreut.



Tierheim kontaktieren. Melden Sie uns die Sichtung — wir können prüfen, ob das Tier in unserem Register erfasst ist oder zu einer bekannten Kolonie gehört.



Futter bereitstellen, wenn die Katze schwach wirkt — aber nicht dauerhaft ohne Absprache. Regelmäßiges Füttern ohne Kastrationsplan zieht weitere Tiere an.



Nie selbst einfangen ohne Rücksprache. Ein in Panik geratenes Tier kann sich und Sie verletzen. Wir stellen Fallen bereit und begleiten das Einfangen.



Tierschutzverein informieren, wenn Sie eine Futterstelle dauerhaft übernehmen möchten. So werden Neuzugänge erfasst und kastriert, bevor sie die Kolonie weiter wachsen lassen.




Häufige Fragen von ehrenamtlichen Helfer:innen





Muss ich ein Auto haben?


Nein. Futterstellen werden dort eingerichtet, wo Streunerkatzen tatsächlich leben — in der Regel in Ihrer unmittelbaren Umgebung. Sie müssen die Futterstelle täglich aufsuchen, aber selten weite Wege zurücklegen.




Wie oft muss ich zur Futterstelle?


Einmal täglich reicht in der Regel aus, idealerweise morgens. Wichtig ist vor allem die Verlässlichkeit — die Tiere gewöhnen sich an einen Rhythmus. Wenn Sie einmal verhindert sind, sprechen Sie einfach mit uns oder einer Nachbar-Helferin.




Was tue ich, wenn eine Katze krank wirkt?


Bitte melden Sie das sofort bei uns. Kranke Streunerkatzen brauchen tierärztliche Versorgung, die wir organisieren. Fassen Sie die Katze dabei wenn möglich nicht an — sowohl zum Schutz des Tieres als auch zum eigenen Schutz.




Kann ich die Tiere anfassen oder streicheln?


Das hängt vom Tier ab. Manche Streunerkatzen sind sozialisiert genug, um Kontakt zuzulassen. Andere sind scheu und reagieren auf direkten Kontakt mit Flucht oder Abwehr. Drängen Sie die Tiere nicht — und tragen Sie nach Möglichkeit Schutzhandschuhe, wenn Sie Futter oder Schalen anfassen, die die Tiere berührt haben.




Was passiert mit der oder den Katze/n, wenn ich die Futterstelle aufgeben muss?


Geben Sie uns frühzeitig Bescheid. Wir suchen dann gemeinsam mit Ihnen eine Nachfolge-Betreuerin oder einen Nachfolge-Betreuer, damit die Tiere nicht plötzlich ohne Versorgung sind.




Übernehme ich rechtliche Verantwortung für die Tiere?


Nein. Die Tiere sind auf das Haustierregister des Tierschutzvereins angemeldet. Sie handeln als ehrenamtliche Helferin oder ehrenamtlicher Helfer im Auftrag des Vereins, nicht als Halterin oder Halter im rechtlichen Sinne.











Überblick in Zahlen




ca. 2 Millionen Straßenkatzen leben schätzungsweise in Deutschland (Tierschutzbund, Katzenschutzreport 2023)



71 % der Tierschutzverbände melden eine wachsende Streuner-Population (Tierschutzbund-Umfrage, Sept. 2024)



99 % der Straßenkatzen sind beim ersten Tierarzt-Kontakt krank



Bis zu 75 % der auf der Straße geborenen Kätzchen überleben den 6. Lebensmonat nicht



Seit 1. Januar 2019 gilt in der Stadt Hannover eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht



Seit Juni 2023 gilt eine landesweite Katzenschutzverordnung in Niedersachsen




Fachquellen




Spehar DD, Wolf PJ. Animals (Basel) 2017; 7(11):81. DOI: 10.3390/ani7110081.



Deutscher Tierschutzbund: Katzenschutzreport 2023 — jetzt-katzen-helfen.de



§ 13b TierSchG — gesetze-im-internet.de
